23 December 2025, 00:51

Gewerkschaft ruft 5.040 Unternehmen in Halle auf, gegen sexualisierte Gewalt zu stehen

Ein Plakat mit Bildern von Frauen und begleitendem Text.

Gewerkschaft ruft 5.040 Unternehmen in Halle auf, gegen sexualisierte Gewalt zu stehen

Gewerkschaft ruft 5.040 Unternehmen in Halle zum Einsatz gegen sexualisierte Gewalt auf

Gewerkschaft ruft 5.040 Unternehmen in Halle zum Einsatz gegen sexualisierte Gewalt auf

  1. November 2025

Ein neuer Bericht zeigt das weit verbreitete Problem sexueller Belästigung in der Halleschen Arbeitswelt auf. Betroffen sind über 112.400 Beschäftigte in 5.040 Betrieben – besonders Frauen, die 54 Prozent der Belegschaften ausmachen. Die Gewerkschaft NGG unterstützt nun eine globale Kampagne, um das Problem entschlossen anzugehen.

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Bundesweit hat jede fünfte Beschäftigte bereits sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erlebt. In Halle betrifft das Problem Branchen wie Einzelhandel und Gastronomie, in denen Frauen überproportional vertreten sind. Trotz der weiten Verbreitung geben nur die Hälfte der Unternehmen das Problem zu – und noch weniger ergreifen Maßnahmen.

Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sind Betriebe verpflichtet, Beschwerdeverfahren und Präventionspläne einzurichten. Doch laut der NGG-Regionalgeschäftsstelle Leipzig-Halle-Dessau haben in den vergangenen zwei Jahren lediglich 15 lokale Unternehmen offizielle Verfahren eingeleitet. Konkrete Firmennamen wurden nicht genannt. Betriebe mit Betriebsräten gehen das Thema tendenziell besser an. Die NGG-Gewerkschaft unterstützt nun die UN-Kampagne „Orange the World“, die vom 25. November bis 10. Dezember läuft. Ziel der Initiative ist es, das Bewusstsein zu schärfen und für stärkere Schutzmaßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt zu werben. Die Folgen von Untätigkeit sind deutlich: Belästigung senkt die Motivation, erhöht Krankmeldungen und mindert die Produktivität – zum Schaden von Beschäftigten und Betrieben gleichermaßen.

Die Kampagne startet zu einem Zeitpunkt, an dem Daten zeigen, dass 13 Prozent der deutschen Unternehmen in den letzten zwei Jahren mindestens einen Belästigungsfall verzeichneten. Da viele Vorfälle weiterhin ungehört bleiben, fordern Gewerkschaften und Aufsichtsbehörden die Unternehmen auf, bestehende Gesetze konsequent umzusetzen. Das Ziel: sichere Arbeitsplätze für alle Beschäftigten.