20 June 2026, 14:17

Gefälschte Impfpässe: Dreieinhalb Jahre Haft für skrupellose Betrüger aus Kassel

Geheimes Name Biobratwurst

Gefälschte Impfpässe: Dreieinhalb Jahre Haft für skrupellose Betrüger aus Kassel

Zwei Personen sind jeweils zu etwa dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil sie gefälschte COVID-19-Impfpässe verkauft haben. Das Gericht sprach sie der Beihilfe zur Urkundenfälschung und Steuerhinterziehung schuldig. Ihre illegale Machenschaft flog auf, nachdem die Polizei bei einer Durchsuchung eine Werkstatt in einem Kneipenkeller entdeckte.

Zwischen August und Dezember 2021 stellten die Angeklagten mindestens 6.000 gefälschte Impfausweise her. Sie füllten leere gelbe Impfpässe mit falschen Impfeinträgen aus und verkauften sie überwiegend für je 50 Euro. Später fand die Polizei in ihrer Werkstatt fast 1.000 leere Impfpässe, 12 Stempel von Impfzentren sowie Chargenaufkleber für COVID-19-Impfstoffe.

Laut Gericht belief sich ihr Gewinn aus dem Betrug auf 285.400 Euro. Allerdings wurden nur etwa 3.200 Käufer als Mittäter gewertet, da sie die Fälschung durch das Eintragen ihrer eigenen Namen und Adressen vollendet hatten. Die Angeklagten behaupteten, lediglich rund 400 Pässe für je 20 Euro verkauft zu haben – das Gericht wies dies jedoch als unglaubwürdig zurück.

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Einer der Angeklagten betrieb eine Kneipe in Kassels Stadtteil Marbachshöhe. Die Gaststätte diente zugleich als Kantine für Soldaten und als Treffpunkt der örtlichen AfD. Das Gericht urteilte, dass die eigentliche Urkundenfälschung von den Käufern begangen wurde, als sie die Pässe für sich selbst nutzten.

Die Verurteilten wurden als Gehilfen der Urkundenfälschung sowie wegen unterlassener Zahlung von Gewerbe- und Einkommensteuer auf ihre illegalen Einnahmen schuldig gesprochen. Die Strafen spiegeln das Ausmaß der Machenschaften und die Schwere der Taten wider. Der Fall zeigt, wie weit einige gingen, um die Pandemie-Beschränkungen auszunutzen.

Quelle