06 January 2026, 03:05

Forschungsprojekt will Medienvertrauen in Sachsen wiederherstellen – Start im April 2025

Ein Nachrichtenartikel mit Bildern von Gebäuden, Feuer, Rauch und Himmel, begleitet von Text.

Forschungsprojekt will Medienvertrauen in Sachsen wiederherstellen – Start im April 2025

Neues Forschungsprojekt will Vertrauen zwischen Bürgern und Journalisten in Deutschland wiederherstellen

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Gefördert von der VolkswagenStiftung startet die Initiative im April 2025 am Leipziger Zentrum für Journalismus und Demokratie. Anlass ist die wachsende Skepsis gegenüber Medien und politischen Institutionen – besonders in Sachsen, wo in den vergangenen Jahren Begriffe wie „Lügenpresse“ wieder an Boden gewonnen haben.

Das Projekt mit dem Titel „Bürger machen Journalismus – Medienvertrauen stärken für eine Demokratie im Wandel“ knüpft an eine Studie aus dem Jahr 2020 an. Damals hatten Forscherinnen und Forscher Einwohner Sachsens befragt und einen deutlichen Zusammenhang zwischen Misstrauen gegenüber dem Journalismus und schwindendem Vertrauen in die Demokratie festgestellt. Viele Befragte sahen kaum einen Unterschied zwischen der heutigen liberalen Demokratie und einem Einparteien-System mit staatlich gelenkten Medien.

Für die Untersuchung führten die Wissenschaftler 61 ausführliche Interviews durch, um den Ursachen des Vertrauensverlusts auf den Grund zu gehen. Einige Teilnehmer warfen Journalisten vor, Debatten moralisierend und polarisierend zu führen – und befeuerten so die „Lügenpresse“-Vorwürfe. Andere äußerten Frust über eine abgehobene Elite in Medien und Politik, die ihrer Meinung nach den Kontakt zur Lebensrealität der Menschen verloren habe. Die Ergebnisse zeigten ein klares Muster: Entweder vertrauten die Menschen sowohl den Medien als auch den politischen Institutionen – oder sie misstrauten beiden. Diese Polarisierung spiegle eine grundsätzliche Unzufriedenheit mit der Funktionsweise der Demokratie wider.

Als Lösungsansätze schlagen die Forscher konstruktivere Berichterstattung, mehr Medienkompetenz und verstärkte Möglichkeiten für Bürgerjournalismus vor. Das Projekt wird nun Wege erproben, um die Kluft zwischen Journalisten und der Öffentlichkeit zu überbrücken. Durch weniger polarisierende Berichte und eine stärkere Einbindung der Bürger soll das Vertrauen in Medien und demokratische Institutionen zurückgewonnen werden. Die Initiative startet im April 2025 unter der Leitung der Universität Leipzig.