Finanzchaos im DESG: Athleten zahlen Startgebühren – und warten vergeblich auf ihr Geld
Gesa EigenwilligFinanzchaos im DESG: Athleten zahlen Startgebühren – und warten vergeblich auf ihr Geld
Der Deutsche Eisschnelllauf-Verband (DESG) steckt in tiefer Finanz- und Führungskrise. Der DESG kämpft mit schweren finanziellen Problemen und Führungsdefiziten. Athleten müssen hohe Startgebühren zahlen, um überhaupt an Wettkämpfen teilnehmen zu können, während Preisgelder verspätet ausgezahlt werden und Finanzunterlagen unter Verschluss bleiben. Trotz des Chaos hat die Krise bisher kaum öffentliche Aufmerksamkeit erhalten.
Die Schwierigkeiten im DESG haben sich unter Präsident Matthias Große verschärft, der 2020 das Amt übernahm. Seine Amtszeit ist von finanzieller Misswirtschaft geprägt: Haushalte werden geheim gehalten, und die Jahresabschlüsse für 2023 und 2024 fehlen bis heute. Auf einer kürzlich einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung weigerten sich die Delegierten, die Rechnungslegung zu billigen – woraufhin Große die Sitzung abrupt abbrach.
Die finanziellen Engpässe des Verbandes treffen die Sportler besonders hart. Einige mussten bis zu 2.000 Euro an "Teilnahmegebühren" zahlen, nur um an Weltcup-Veranstaltungen antreten zu können. Die Auszahlung von Preisgeldern verzögert sich monatelang, sodass die Läufer nicht wissen, wann sie ihr verdientes Geld erhalten. Jens Wallussek, Vertreter der Eisschnellläufer, nannte die Situation "inakzeptabel" und warnte, die aktuelle Krise sei schlimmer als zu Großes Amtsantritt.
Ein zentrales Problem bleibt die mangelnde Transparenz. Der DESG unterstützte einst Claudia Pechstein in ihrem juristischen Doping-Streit mit der Internationalen Eislaufunion (ISU), doch wie hoch die finanziellen Zuwendungen waren, wie lange sie flossen und wofür sie genau verwendet wurden, ist unklar. Große warb zwar ein Bauunternehmen als Sponsor an, doch der Wert des Deals wurde nie offenlegt. Ohne klare Finanzaufstellungen geben Insider zu, dass niemand mehr den Überblick habe.
Die anhaltende Finanzmisere des Verbandes hält Athleten und Funktionäre im Ungewissen. Ohne geprüfte Abschlüsse, verzögerte Zahlungen und intransparente Haushalte bleibt die Zukunft des DESG ungewiss. Das anhaltende Vertuschungsspiel und die ungelösten finanziellen Konflikte untergraben das Vertrauen in die Führung weiter.






