Felix Banaszak will Männer mit feministischen Räumen für Gleichberechtigung gewinnen
Senta ScheelFelix Banaszak will Männer mit feministischen Räumen für Gleichberechtigung gewinnen
Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, setzt sich für mehr Räume ein, in denen Männer offen über Geschlechterfragen sprechen können. Seine jüngsten Initiativen folgen auf Jahre des Versuchs, Männer in feministische Debatten einzubinden – ein Ansatz, den er selbst als gewandelt bezeichnet. Nun fordert er bessere Förderung und Unterstützung für Männergruppen innerhalb und außerhalb seiner Partei.
Sein Engagement kommt vor dem Hintergrund aktueller Kontroversen, darunter die Missbrauchsvorwürfe gegen den Schauspieler Christian Ulmen sowie die wachsende Zustimmung zu rechtsextremen Parteien unter jungen Männern.
Banaszak hatte bereits Anfang dieses Jahres in einem Playboy-Interview versucht, junge Männer mit feministischen Ideen zu erreichen. Damals argumentierte er, dass starre Geschlechterrollen sowohl Männer als auch Frauen schadeten, und rief sie auf, sich aktiv am Feminismus zu beteiligen. Doch seit den Vorwürfen gegen Ulmen hat er seine Haltung verschärft und betont nun stärker die Eigenverantwortung von Männern.
Seine Forderungen knüpfen an frühere Bemühungen an. Bereits vor 16 Jahren, nach dem ersten deutschen Männer-Manifest, gab es ähnliche Diskussionen – doch das Interesse unter Männern blieb gering. Heute unterstützt Banaszak Organisationen wie Vaterwelten in Krefeld, die Geburtsvorbereitungskurse für Väter anbietet. Solche Gruppen sollen seiner Meinung nach dauerhaft gefördert werden, insbesondere innerhalb der Grünen.
Der Vorstoß erfolgt zu einer Zeit, in der sich junge Männer zunehmend rechtsextremen Positionen zuwenden. Bei der letzten Bundestagswahl stimmten Männer unter 24 Jahren mehrheitlich für die AfD, während Frauen derselben Altersgruppe eher linksliberale Parteien wählten. Vor der Europawahl 2024 rief der AfD-Politiker Maximilian Krah junge Männer, die Schwierigkeiten bei der Partnersuche hätten, sogar dazu auf, „echte Männer“ zu werden und sich der Rechten anzuschließen.
Banaszaks eigene Vorliebe für die Farbe Pink – er ließ sein Büro in diesem Ton streichen – symbolisiert seine Abkehr von traditionellen Männlichkeitsbildern. Als Beispiel für wandelbare Einstellungen verweist er auf den Torwart Tim Wiese, der vor zwei Jahrzehnten ohne negative Reaktionen in Pink auflief. Nun will er, dass Männer veraltete Rollenbilder in strukturierten, unterstützenden Umfeldern hinterfragen.
Der Grünen-Co-Chef arbeitet derzeit an der Schaffung institutioneller Räume, in denen Männer über Geschlechterrollen diskutieren können. Seine Vorschläge decken sich mit Forderungen des Deutschen Frauenrats, der seit Langem eine stärkere Einbindung von Männern in feministische Debatten fordert. Ob diese Initiativen politische Trends oder kulturelle Einstellungen verändern werden, bleibt abzuwarten.






