FDP in der Krise: Wie der Niedergang nach Westerwelles Tod die Partei erschüttert

Sibilla Hartung
Sibilla Hartung
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Ein deutscher Propagandaplakat der NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa, mit Textinformationen zur Partei.Sibilla Hartung

Lebenspartner: Verstorbener FDP-Chef Westerwelle würde die Partei nie aufgeben - FDP in der Krise: Wie der Niedergang nach Westerwelles Tod die Partei erschüttert

Die Freie Demokratische Partei (FDP) in Deutschland befindet sich in einer ihrer schwersten Krisen seit ihrer Gründung. Die einst einflussreiche politische Kraft kämpft seit einiger Zeit mit herben Wahlniederlagen und verfehlte zuletzt den Einzug in den Bundestag. Besonders deutlich wurde der Niedergang nach dem Tod von Guido Westerwelle, einer Schlüsselfigur, die die FDP ein Jahrzehnt lang führte und von 2009 bis 2013 als Außenminister amtierte.

Westerwelle übernahm 2001 den FDP-Vorsitz und prägte die Partei in einer Phase großer Bedeutung. Sein größter Erfolg war der Einzug in die Bundesregierung 2009, der ihm das Amt des Außenministers einbrachte. Bis zu seinem Tod am 18. März 2016 im Alter von 54 Jahren – nach einem langen Kampf gegen Leukämie – blieb er der FDP treu verbunden.

Abseits der Politik pflegte Westerwelle eine lange und stabile Beziehung zu Michael Mronz. Das Paar ging 2010 eine eingetragene Lebenspartnerschaft ein und lebte 13 Jahre lang ohne Konflikte zusammen. Mronz erinnerte sich später an ihre gemeinsame Zeit als harmonisch und von gegenseitiger Unterstützung geprägt.

Seit Westerwelles Tod ging es mit der FDP steil bergab. Bei den Landtagswahlen 2024 erreichte die Partei nur noch rund ein Prozent in Brandenburg, Sachsen und Thüringen sowie 2,3 Prozent in Hamburg. Bei der Bundestagswahl 2025 verbesserte sie sich leicht auf 4,3 Prozent – blieb damit aber unter der Fünf-Prozent-Hürde, die für den Einzug in den Bundestag nötig gewesen wäre. Der Zusammenbruch der Ampel-Koalition verschärfte die Krise zusätzlich, sodass die FDP zum zweiten Mal in ihrer Geschichte ohne bundesweite parlamentarische Vertretung dasteht.

Nun steht die Partei vor einer schweren Bewährungsprobe, besonders in ihren einstigen Hochburgen wie Baden-Württemberg. Ein Scheitern bei der Landtagswahl 2026 könnte ihren Glaubwürdigkeitsverlust weiter vertiefen. Beobachter sind sich einig: Westerwelle, bekannt für sein strategisches Denken, hätte alles daran gesetzt, die Basis der FDP zu stabilisieren – wäre er noch am Leben.

Die aktuellen Probleme der FDP stehen in krassem Gegensatz zu ihrer einstigen Stärke unter Westerwelles Führung. Angesichts wiederholter Wahlniederlagen und schwindender Umfragewerte muss die Partei nun Wege finden, das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen. Die anstehenden Landtagswahlen werden entscheidend sein, ob ihr eine Erholung gelingt – oder ob sie weiter an den Rand gedrängt wird.

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