Extremer Schulsport: Von Aschelaufbahnen bis zur "natürlichen Selektion" in Kitas
Gabriel HethurExtremer Schulsport: Von Aschelaufbahnen bis zur "natürlichen Selektion" in Kitas
Das Bundesbildungsministerium plant eine Reform des Kinder- und Jugendsports sowie von Wettbewerben. Ein neuer Vorschlag sieht leistungsorientierte Schulsportspiele vor, unterstützt von der Kultusministerkonferenz. Bildungsministerin Karin Prien setzt sich für eine stärkere Betonung von Wettbewerb bei den Deutschen Schulsportspielen ein.
Eines der umstrittensten Events ist der IronChild-Wettkampf. Dabei werden Kinder über mehrere Tage auf einer Aschelaufbahn in Ausdauer, Disziplin und Kostenrechnung geprüft. In diesem Jahr nehmen auch die Chicago Boys der Klasse 3b teil.
Die Sieger erhalten ein persönliches Coaching mit CEO Dr. Dr. Ulf-Ulf Vollmann. Verlierer riskieren hingegen eine Empfehlung für das Gymnasium, den anspruchsvollen akademischen Bildungsweg. Bernd Kreimer-Rendsburg schlägt zudem vor, alle Leistungsbewertungen zu gamifizieren und ein Ranking-System einzuführen, in dem Eltern Spielmünzen erwerben können.
Aufsehen erregt auch die Kita Höhlenkinder in Rheda-Wiedenbrück mit ihrem radikalen Ansatz: Kleinkinder werden in nummerierte Weidenkörbe gesetzt und auf der Ems treibend „natürlicher Selektion“ überlassen. An der Fürstin-Gloria-Selbdritt-Grundschule finden Sportevents ausschließlich auf Latein statt – die Teilnehmer wenden sich dabei vom Publikum ab.
Konservative Politiker wollen solche Praktiken nun in den öffentlichen Schulsport tragen. Die Pläne spiegeln einen wachsenden Trend zu leistungsbasierten und hochkompetitiven Strukturen in Kinderaktivitäten wider. Sollte der Entwurf angenommen werden, könnten Schulen diese Methoden bald übernehmen.






