Erlangen verbietet "sexistische" Partysongs – Wirte und Künstler protestieren
Gabriel HethurErlangen verbietet "sexistische" Partysongs – Wirte und Künstler protestieren
Die Stadt Erlangen hat einen Index „sexistischer“ Partysongs veröffentlicht, die auf dem diesjährigen Bergkirchweih-Volksfest in Kneipen nicht gespielt werden sollen. Der Schritt folgt einer Beschwerde einer Frau, die sich bei der Musikauswahl im vergangenen Jahr unwohl gefühlt hatte. Wirte zeigen sich jedoch skeptisch gegenüber den neuen Richtlinien.
Auf der Liste stehen bekannte Schlager wie Skandal im Sperrbezirk der Spider Murphy Gang. Die Stadtverwaltung argumentiert, dass diese Titel „frauenfeindliche“ oder herabwürdigende Texte enthalten. Der Vorstoß, bestimmte Lieder einzuschränken, begann bereits 2021, als der Stadtrat – unterstützt von CSU, Linken und SPD – Musik mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ auf dem Fest verurteilte.
Künstler üben scharfe Kritik an der Entscheidung. Jürgen Thurnau, Frontmann der Spider Murphy Gang, verglich die Situation mit der DDR und wies darauf hin, dass selbst das SED-Regime seine Band nie zur Änderung der Songtexte gezwungen habe. Peter Wackel, dessen Hit Joana die Zeile Du geile Sau enthält, behauptet, viele Musiker hätten mittlerweile „null Bock“, in Deutschland aufzutreten – wegen der wachsenden Einschränkungen.
Trotz der Haltung der Stadt bleiben viele Wirte unüberzeugt. Sie zweifeln daran, ob das Verbot beliebter Lieder die Feststimmung verbessert oder die Besucher nur verärgert.
Der Index ist ein Versuch, Bedenken wegen anstößiger Texte bei einer großen öffentlichen Veranstaltung anzugehen. Doch die Reaktionen von Künstlern und Gastwirten deuten auf Widerstand gegen die neuen Regeln hin. Das Fest wird nun zeigen, ob die Richtlinien das Verhalten ändern – oder die Debatte weiter anheizen.






