Entfernt von der Regierung: Ist der MDR-Rundfunkrat illegal besetzt?
Gesa EigenwilligEntfernt von der Regierung: Ist der MDR-Rundfunkrat illegal besetzt?
Fern vom Staat: Ist der MDR-Rundfunkrat illegal besetzt?
Anreißer Ein Verband warnt die Sächsische Staatskanzlei, dass die aktuelle Zusammensetzung des MDR-Rundfunkrats möglicherweise rechtswidrig ist – wegen der Mitgliedschaft von Wirtschaftsminister Dirk Panter.
6. November 2025, 13:43 Uhr
Stichworte Politik und Gesetzgebung, Politik, Allgemeine Nachrichten
Artikeltext Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Mitgliedschaft des sächsischen Wirtschaftsministers Dirk Panter im MDR-Rundfunkrat sind aufgekommen. Ein Verband, der die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten überwacht, wirft vor, seine Zugehörigkeit verstoße gegen den MDR-Staatsvertrag. Nun wächst der Druck auf die Staatskanzlei, die Situation zu klären und zu bestätigen, ob sein Mandat tatsächlich im Dezember 2024 erloschen ist.
Panter war ursprünglich als Vertreter des Sächsischen Landtags in den Rundfunkrat des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) eingetreten. Am 19. Dezember 2024 wurde er jedoch zum Staatsminister in der sächsischen Landesregierung ernannt. Laut MDR-Staatsvertrag dürfen Regierungsmitglieder – mit Ausnahme eines einzigen benannten Vertreters – weder dem Rundfunkrat noch dessen Verwaltungsausschuss angehören.
Ein Mitglied, das während seiner Amtszeit ein Ministeramt übernimmt, verliert seinen Sitz im Rat automatisch mit der Ernennung – ohne Übergangsfrist. Maren Müller, Vorsitzende der Ständigen Publizistischen Konferenz der Landesrundfunkanstalten, erklärte, Panters anhaltende Mitgliedschaft sei „rechtswidrig“. Der Verband fordert den Freistaat und den Landtag auf, unverzüglich eine Nachwahl durchzuführen. Das Problem beschränkt sich nicht auf Sachsen: Auch in Thüringen gibt es ähnliche Bedenken, da Sina Reeder und Mario Voigt möglicherweise beide Sitze im Rat innehaben – was gegen das Verbot der Doppelfunktion verstoßen könnte.
Der MDR-Rundfunkrat setzt sich aus 50 Mitgliedern zusammen, die wichtige gesellschaftliche Gruppen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vertreten. Sollte die Besetzung des Gremiums als unrechtmäßig eingestuft werden, könnten Beschlüsse seit dem 19. Dezember 2024 anfällig für rechtliche Anfechtungen sein.
Der Verband hat die Staatskanzlei offiziell aufgefordert, zu bestätigen, dass Panters Mandat am 19. Dezember 2024 endete. Ohne Klärung bleiben die jüngsten Entscheidungen des Rates umstritten. Um den freigewordenen Sitz gemäß MDR-Staatsvertrag neu zu besetzen, wäre eine Nachwahl erforderlich.
