02 April 2026, 22:25

EMAF-Festival in Osnabrück: Kunstfreiheit oder Antisemitismus-Debatte?

Plakat für ein Münchner Festival mit einem Bild einer Frau mit Menschen und Bäumen, umgeben von Text.

EMAF-Festival in Osnabrück: Kunstfreiheit oder Antisemitismus-Debatte?

Das Europäische Medienkunstfestival (EMAF) in Osnabrück löst mit der Auswahl eines Kurzfilms der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif eine Kontroverse aus. Während das Festival vielfältige Perspektiven fördern möchte, hat die Teilnahme al-Sharifs Vorwürfe des Antisemitismus und Verbindungen zur BDS-Bewegung nach sich gezogen. Lokale Politiker, darunter der Osnabrücker Kulturdezernent und Niedersachsens Ministerpräsident, haben sich öffentlich von der Veranstaltung distanziert.

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Im Mittelpunkt des Streits stehen nicht al-Sharifs künstlerische Arbeiten, sondern ihre politischen Äußerungen in sozialen Medien. Kritiker werfen ihr vor, ihre Posts – darunter ein Halloween-Foto – seien mehrdeutig und deuteten auf Unterstützung für die BDS-Bewegung hin, der Antisemitismus vorgeworfen wird. Die künstlerische Leiterin des Festivals hingegen interpretiert ihre Online-Präsenz als differenziert. Bisher haben weder al-Sharif noch die BDS-Bewegung selbst in der laufenden Debatte öffentlich Stellung bezogen.

Osnabrücks Kulturdezernent Wolfgang Beckermann erklärte, er hätte es vorgezogen, al-Sharifs Werk aus dem Programm zu nehmen, um nicht antisemitische Positionen zu fördern. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) zog seine Schirmherrschaft für die diesjährige Ausgabe zurück, die staatliche Förderung bleibt jedoch unverändert. Unterdessen lehnt Thomas Groß, der Oberbürgermeisterkandidat der Linken, eine Unterdrückung palästinensischer Stimmen unter dem Vorwand der Antisemitismusbekämpfung ab.

Das diesjährige Motto des Festivals, "Eine unvollständige Versammlung", setzt sich mit künstlerischer Freiheit und Verantwortung auseinander. Das EMAF hat in der Vergangenheit mit palästinensischen Künstlern zusammengearbeitet, integriert aber auch jüdische und israelische Perspektiven in sein Programm. Al-Sharifs Kurzfilm "Morning Circle" soll trotz der Kritik wie geplant gezeigt werden.

Die Auseinandersetzung spaltet lokale Politiker und Kulturschaffende. Während al-Sharifs Film weiterhin aufgeführt wird, muss das Festival mit geringerer offizieller Unterstützung auskommen. Die Debatte verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen künstlerischem Ausdruck, politischen Stellungnahmen und Antisemitismusvorwürfen bei öffentlichen Kulturveranstaltungen.

Quelle