21 December 2025, 22:52

Ein Professor, ein Kühlschrank und Heidi Reichinnek - Anzeige ist draußen

Eine Person mit Haaren im Vordergrund und einem offenen Kühlschrank im Hintergrund.

Ein Professor, ein Kühlschrank und Heidi Reichinnek - Anzeige ist draußen

Ein Professor, ein Kühlschrank und Heidi Reichinnek – Anzeige ist raus

Teaser: Ein Leipziger Jura-Professor sorgt mit einem Kühlschrank-Witz über die Linken-Politikerin Reichinnek für Aufsehen. Die Linke spricht von Sexismus, er von Meinungsfreiheit.

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Ein Jura-Professor der Universität Leipzig sieht sich heftiger Kritik ausgesetzt, nachdem er einen umstrittenen Witz über Heidi Reichinnek, die Co-Vorsitzende der Linken, gepostet hat. Tim Drygala veröffentlichte ein Foto von Reichinnek an seinem Kühlschrank mit einer Bildunterschrift, die Gewalt andeutet – und löste damit Vorwürfe wegen Sexismus sowie Forderungen nach disziplinarischen Konsequenzen aus. Der Vorfall hat sich mittlerweile zu einem Rechtsstreit und öffentlichen Protesten ausgeweitet.

Der Eklat begann, als Drygala auf Social Media ein Bild von Reichinnek an seinem Kühlschrank teilte. Der dazugehörige Text lautete: „Da das Ding nicht richtig zugeht, muss man immer mit der Faust draufhauen, damit es schließt. Damit ich das nicht vergesse, habe ich mir eine kleine Erinnerung gemacht. Funktioniert perfekt.“ Viele deuteten den Post als Verharmlosung von Gewalt gegen Frauen, was zu breiter Empörung führte.

Reichinnek reagierte wütend und verurteilte den „Witz“ als gefährlich und verletzend. Sie argumentierte, dass die Bagatellisierung von Gewalt gegen Frauen solches Verhalten normalisiere, und kündigte an, Strafanzeige zu stellen. Drygala wies die Sexismus-Vorwürfe jedoch zurück und beharrte darauf, sein Post habe sich gegen Reichinneks politische Positionen – nicht gegen Frauen im Allgemeinen – gerichtet.

Die Universität gab eine zurückhaltende Stellungnahme ab und betonte, dass private Social-Media-Aktivitäten nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fielen. Drygala verteidigte sein Recht auf freie Meinungsäußerung und bezeichnete die Kritik als Versuch, abweichende Meinungen zum Schweigen zu bringen. Unterdessen kündigten Studierendengruppen, darunter das Leipziger Studierendenkollektiv, Proteste an und forderten berufliche Konsequenzen für den Professor.

Die Linke, mitgegründet von Bernd Lucke, hat bisher keine offizielle Reaktion auf den Vorfall veröffentlicht.

Der Streit ist mittlerweile in die juristische Arena gewandert: Reichinnek hat Strafanzeige erstattet, Proteste sind geplant, und die Forderungen nach einer Rechenschaftspflicht Drygalas werden lauter. Der Fall wirft erneut die Frage auf, wo die Grenzen zwischen Meinungsfreiheit, politischer Kritik und akzeptablem Diskurs verlaufen.