03 January 2026, 20:56

Durchbruch in der Protonentherapie: Sicherere Behandlung für Hirntumor-Patient:innen möglich

Ein Mann in einem grauen Hemd, Kopfhörern und einer Mütze sitzt auf einem Stuhl vor einem Computer, mit einem Lautsprecher und einer Maus in der Nähe.

Durchbruch in der Protonentherapie: Sicherere Behandlung für Hirntumor-Patient:innen möglich

Eine aktuelle Studie von Forschenden des OncoRay-Zentrums zeigt Wege auf, wie die Protonentherapie für Patient:innen mit Hirntumoren sicherer gestaltet werden kann. Die Arbeit, die mit dem Best Paper Award in Physics der Europäischen Gesellschaft für Radioonkologie (ESTRO) ausgezeichnet wurde, macht deutlich, dass gängige Methoden in manchen Fällen die Risiken von Nebenwirkungen unterschätzen.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Anpassung der Behandlungspläne auf Basis der variablen biologischen Wirksamkeit Komplikationen verringern könnte, ohne die Wirksamkeit der Therapie gegen den Tumor zu beeinträchtigen.

Das Team analysierte Daten von 105 Patient:innen und stellte fest, dass die herkömmliche Planung der Protonentherapie oft von einer festen biologischen Wirksamkeit ausgeht. Dieser Ansatz unterschätzte die Nebenwirkungsrisiken in etwa einem Drittel der Fälle – besonders dann, wenn sich Tumore in der Nähe empfindlicher Organe befanden, wenngleich auch andere Faktoren eine Rolle spielten.

Um das Problem zu lösen, testeten die Forschenden zwei neue Planungsmethoden, die die unterschiedliche biologische Wirkung von Protonen je nach Gewebeart und Tumorsitz berücksichtigten. Die angepassten Strategien reduzierten das Risiko für die gefährdetsten Organe im Schnitt um 30 Prozent, ohne die Wirkung auf den Tumor zu schwächen.

Zudem entwickelte das Team ein Vorhersagemodell, das identifiziert, welche Patient:innen am meisten von diesen maßgeschneiderten Plänen profitieren würden. In einer separaten Studie wies dasselbe Team nach, dass die Berücksichtigung der variablen biologischen Wirksamkeit die Vorhersage von strahlenbedingten Veränderungen in gesundem Hirngewebe verbessert.

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In den veröffentlichten Ergebnissen wurden keine individuellen Patientendaten offenlegt, um die Anonymität aller Studienteilnehmenden zu wahren.

Die Erkenntnisse bestätigen, dass die Protonentherapie durch den Verzicht auf starre Annahmen zur biologischen Wirksamkeit sicherer gestaltet werden kann. Die neuen Methoden ermöglichen einen personalisierteren Ansatz, der Nebenwirkungsrisiken senkt, ohne die Behandlungsstärke zu verringern. Krankenhäuser erhalten damit klarere Leitlinien, um die Protonentherapie für Patient:innen mit Hirntumoren zu optimieren.