Dresdens neuer Abwassertunnel sichert die Zukunft der Chip-Industrie
Gabriel HethurDresdens neuer Abwassertunnel sichert die Zukunft der Chip-Industrie
Eine Superleitung für Dresdens Chip-Industrie
Teaser: Die Tunnelbohrmaschine hat ihr Ziel an der Königsbrücker Straße erreicht. Welche Arbeiten noch nötig sind, damit Infineon, Bosch und Co. ihr Abwasser direkt nach Kaditz leiten können. Auch Radebeul ist betroffen.
14. Dezember 2025, 11:40 Uhr
Nach Jahren Bauzeit neigt sich in Dresden ein großes Abwasserprojekt dem Ende zu. Das 76 Millionen Euro teure Vorhaben dient vor allem der Entsorgung von Abwässern aus der boomenden Mikroelektronikbranche der Stadt. Ein wichtiger Meilenstein wurde am 10. Dezember 2025 erreicht: Eine Tunnelbohrmaschine beendete ihre letzte Etappe.
Der neue, zehn Kilometer lange Hauptsammler mit dem Namen Industriesammler Nord verläuft unterirdisch von der Radeburger Straße über Heller bis zur Königsbrücker Straße. Der Großteil der Strecke folgt dem Nordkanal, einem parallel zur Autobahn verlaufenden Kanal, und sammelt Industrieabwässer von Unternehmen wie Globalfoundries, Infineon, Bosch und X-Fab. Allein diese vier Firmen erzeugen 93 Prozent des Dresdner Industrieabwassers – und die Mengen werden in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter steigen.
Die Tunnelarbeiten begannen in einer Baugrube nahe des Moritzburger Wegs in Hellerau. Von dort aus fräste sich die Maschine bis zu einem Zielschacht an der Königsbrücker Straße vor. Die letzten 360 Meter wurden in weniger als drei Wochen bewältigt, wobei die Crews täglich 15 bis 20 Meter vorankamen. In Tiefen von bis zu zehn Metern trieb die Maschine ein zwei Meter breites, bewehrtes Betonrohr durch sandigen Boden.
Fast abgeschlossen ist bereits der erste Abschnitt von 2,3 Kilometern Länge – vom Elbe-Klärwerk in Kaditz bis zum Kaditzer Riegelplatz. Dort laufen derzeit Renaturierungsarbeiten. Übrig bleiben nur noch der Bau einiger Abwasserbauwerke in offenen Baugruben.
Im kommenden Jahr wird eine 40 Meter lange Leitung schräg unter der Königsbrücker Straße verlegt, in der Nähe der Zufahrt zu Infineon. Dieser Abschnitt verbindet die letzten Teile des Systems.
Das 76 Millionen Euro teure Projekt sichert der Dresdner Mikroelektronikindustrie die nötige Abwasser-Kapazität für die Zukunft. Mit dem fertigen Tunnel stehen nun nur noch kleinere oberirdische Arbeiten sowie die Querung der Königsbrücker Straße aus. Das System soll den steigenden Industrieausstoß in den nächsten Jahren bewältigen können.
