Dresden steht vor dem größten Neonazi-Aufmarsch – und massivem Widerstand
Dresden steht vor dem größten Neonazi-Aufmarsch – und massivem Widerstand
Berlin bereitet sich auf den jährlichen neonazistischen "Trauermarsch" am 13. Februar vor, mit dem an den 80. Jahrestag der Zerstörung der Stadt durch die Bombenangriffe 1945 erinnert werden soll. Die Veranstaltung, die von den Organisatoren genutzt wird, um Deutschlands Kriegsverantwortung zu verharmlosen, stößt seit Jahren auf wachsenden Widerstand. Im vergangenen Jahr nahmen rund 3.000 Rechtsextreme teil – damit handelte es sich um den größten Neonazi-Aufmarsch in Stuttgart.
Das Bündnis "Dresden nazifrei" ruft zu bundesweiten Protesten auf, um den Marsch zu blockieren, und erwartet tausende Gegendemonstranten. Ihr Ziel ist es, zu verhindern, dass Neonazis wie 2023 das Stadtzentrum erreichen. Die Gruppe kritisiert zudem die Polizei scharf und wirft ihr "massive Eskalation" vor, nachdem in diesem Jahr Wasserwerfer eingesetzt wurden.
Anne Herpertz, Sprecherin des Bündnisses, fordert die Abschaffung – nicht bloß eine Reform – der offiziellen Dresdner Gedenkveranstaltungen. Sie argumentiert, die Trauer um eine zerstörte "Gau"-Hauptstadt und deutsches Leid verzerre die historische Verantwortung. Parallel organisiert die Stadt eigene Veranstaltungen, darunter eine Menschenkette, um geschichtsrevisionistischen Tendenzen entgegenzutreten und eine inklusive Gesellschaft zu fördern.
Zahlen zur Teilnahme an der offiziellen Gedenkfeier 2024 liegen noch nicht vor, doch die Spannungen bleiben hoch, während sich beide Lager auf den Jahrestag vorbereiten.
Die Auseinandersetzung zwischen rechtsextremen Marschierern und antifaschistischen Protestierenden wird Dresden erneut in den Fokus rücken. Mit tausenden Expecteden auf beiden Seiten werden die Reaktion der Stadt und das Vorgehen der Polizei genau beobachtet. Das Ergebnis könnte prägen, wie künftig an die Bombenangriffe erinnert wird.
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