Dierfelds perfekte Wahlbeteiligung und Solarpark-Projekt machen das 15-Einwohner-Dorf berühmt
Senta ScheelDierfeld verzeichnet 100-prozentige Wahlbeteiligung - Dierfelds perfekte Wahlbeteiligung und Solarpark-Projekt machen das 15-Einwohner-Dorf berühmt
Dierfeld, die kleinste Gemeinde in Rheinland-Pfalz, hat nur 15 Einwohner – und doch erreichte sie bei der letzten Landtagswahl eine perfekte Wahlbeteiligung. Mit gerade einmal acht Wahlberechtigten wurden alle Stimmen per Briefwahl abgegeben und vom Bürgermeister eingesammelt. Das winzige Dorf macht nun erneut Schlagzeilen, diesmal mit einem neuen Solarpark-Projekt, das die erneuerbaren Energien vorantreiben und lokale gemeinnützige Initiativen finanzieren soll.
Dierfeld liegt im Eifelkreis Bitburg-Prüm, wo auch andere Dörfer wie Hamm (16 Einwohner) und Keppeshausen (17 Einwohner) ähnlich klein sind. Anders als seine Nachbarn verfügt Dierfeld über ein großes Anwesen, einen gärtnerischen Betrieb und 194 Hektar Waldfläche – davon 14 im Besitz der Gemeinde und 180 in Privatbesitz. Das Anwesen, ursprünglich ein Jagdschloss aus dem 16. Jahrhundert, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von der Familie von Greve erworben.
Die lokale Verwaltung ist schlicht, aber effektiv. Der Gemeinderat besteht aus sechs Mitgliedern sowie dem Bürgermeister, der zugleich die Wahlen organisiert. Bei Landtagswahlen bildet Dierfeld mit Manderscheid einen gemeinsamen Wahlbezirk, um die Wahlgeheimhaltung zu gewährleisten – eine gängige Praxis in Rheinland-Pfalz. Von den rund 2.300 Gemeinden des Landes haben etwa 140 weniger als 100 Einwohner, und 2021 schlossen sich 112 von ihnen mit Nachbarorten für die Wahlen zusammen.
In Dierfeld findet die Stimmabgabe normalerweise im Wohnzimmer des Anwesens statt, doch bei Landtagswahlen erfolgt sie per Brief. Der Bürgermeister von Hamm merkte an, dass die Einrichtung von Wahlkabinen in Privathäusern für eine so kleine Wählerschaft zeitaufwendig sei. Trotzdem beteiligten sich alle acht Wahlberechtigten aus Dierfeld – eine der wenigen Gemeinden mit einer Wahlbeteiligung von 100 Prozent.
Jetzt richtet das Dorf seinen Blick auf Nachhaltigkeit. Auf einer Fläche von 15 Hektar entsteht derzeit ein Solarpark, der saubere Energie erzeugen und Mittel für lokale gemeinnützige Projekte bereitstellen soll.
Dierfelds besonderer Umgang mit Wahlen und das neue Solarvorhaben zeigen, wie selbst die kleinsten Gemeinden Wirkung entfalten können. Die perfekte Wahlbeteiligung und die Pläne für erneuerbare Energien heben das Dorf in einer Region hervor, in der viele winzige Gemeinden vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Mit den bereits laufenden Bauarbeiten wird der Solarpark bald einen weiteren Beitrag leisten, der über die Grenzen Dierfelds hinausstrahlt.






