Die Linke will Arbeitgeber stärker an Rentenbeiträgen beteiligen – mit radikaler Umverteilung

Gesa Eigenwillig
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Ein altes Dokument mit einem Schwarz-Weiß-Bild eines Mannes und dem Text 'brevet de pension' sowie einem Logo.Gesa Eigenwillig

Die Linke will Arbeitgeber stärker an Rentenbeiträgen beteiligen – mit radikaler Umverteilung

Die Linke fordert eine Neuverteilung der Rentenbeiträge zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Deutschland. Derzeit zahlen beide Seiten jeweils 9,3 Prozent – insgesamt also 18,6 Prozent. Die Partei argumentiert, dass Arbeitnehmer zu stark belastet werden, und verlangt, dass Arbeitgeber einen größeren Anteil der prozentrechnung übernehmen.

Ein aktueller Vorschlag sieht vor, den Arbeitgeberanteil auf 60 Prozent zu erhöhen, während Arbeitnehmer nur noch 40 Prozent tragen würden. Als mögliches Vorbild verweist die Partei auf das österreichische System, in dem Arbeitgeber bereits mehr zahlen.

Im bisherigen deutschen System zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils 9,3 Prozent des Lohns in die Rentenkasse ein. Diese hälftige Aufteilung besteht seit Jahren, doch die Linke kritisiert, dass sie Arbeitnehmer unangemessen finanziell belaste. Parteichefin Ines Schwerdtner betonte, dass Beschäftigte schon lange auf private Rücklagen angewiesen seien, um im Alter abgesichert zu sein.

Laut dem Vorschlag der Linken würden Arbeitgeber künftig 10,8 Prozent (60 Prozent der Gesamtlast von 18,6 Prozent) zahlen, während Arbeitnehmer nur noch 7,2 Prozent (40 Prozent) tragen müssten. Die Partei begründet dies mit der Entlastung der Beschäftigten, die ohnehin mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags hat bestätigt, dass eine solche Umstellung rechtlich zulässig wäre.

In Österreich ist ein ähnliches Modell bereits Realität: Dort zahlen Arbeitgeber 12,55 Prozent, Arbeitnehmer 10,25 Prozent – insgesamt also 22,8 Prozent. Die Linke sieht dies als Beleg, dass ein höherer Arbeitgeberanteil funktioniert. Historisch gesehen mussten deutsche Arbeitnehmer früher sogar zusätzliche Krankenversicherungsbeiträge allein tragen, bis diese später paritätisch aufgeteilt wurden.

Die Debatte fällt in eine Phase umfassender Diskussionen über Rentenreformen. In Sachsen etwa zahlen Arbeitnehmer bereits mehr in die Pflegeversicherung ein als Arbeitgeber. Die Linke warnt, dass ohne Änderungen viele Beschäftigte weiterhin mit unzureichenden Renten kämpfen und auf private Vorsorge angewiesen sein oder später in Rente gehen müssten.

Der Plan der Linken zielt darauf ab, Arbeitgebern einen größeren Teil der Rentenkosten zu übertragen und so die Belastung für Arbeitnehmer zu verringern. Sollte die Reform umgesetzt werden, könnte sie die Finanzierung des deutschen Rentensystems grundlegend verändern. Bisher bleibt der Vorschlag jedoch in der Diskussion – konkrete Änderungen sind noch nicht beschlossen.

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