11 May 2026, 00:30

DGB attackiert Regierungsreformen: "Arbeitnehmer zahlen die Zeche"

Eine große Gruppe von Menschen demonstriert vor einem Gebäude, einige halten Schilder und tragen Helme, daneben ist ein Schildständer und ein Baum zu sehen.

DGB attackiert Regierungsreformen: "Arbeitnehmer zahlen die Zeche"

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die jüngsten Reformvorschläge der Bundesregierung vor seinem Bundeskongress in Berlin scharf kritisiert. Der Gewerkschaftsdachverband wirft der Koalition vor, dass interne Streitigkeiten und Uneinigkeit zu schlecht durchdachten politischen Maßnahmen geführt hätten. Sollten die Pläne umgesetzt werden, drohten Arbeitnehmern demnach höhere finanzielle Belastungen und verschärfte Arbeitsbedingungen.

In einem Resolutionsentwurf, der auf dem am Sonntag beginnenden Kongress debattiert werden soll, wirft der DGB der Union und der SPD vor, bei weitreichend unterstützten Vorhaben nicht mit den Sozialpartnern zusammengearbeitet zu haben. Stattdessen habe die Regierung umstrittene Maßnahmen wie eine einmalige Prämie von 1.000 Euro und einen Spritrabatt durchgedrückt – beides Initiativen, die kaum auf breite Akzeptanz stoßen.

Die Gewerkschaft lehnt zudem Pläne zur Wiedereinführung des teilweisen Krankengelds ab und warnt, dies könnte Beschäftigte dazu zwingen, trotz Krankheit zu arbeiten – ein Phänomen, das als Präsentismus bekannt ist. Weitere Kritikpunkte sind die Gefährdung des Acht-Stunden-Tags, die Streichung von Feiertagen sowie schwächere Schutzmechanismen gegen ungerechtfertigte Kündigungen und die Aushöhlung von Teilzeitarbeitsrechten.

Im Gesundheitsbereich verweist der DGB auf steigende Kosten für Versicherte, darunter höhere Zuzahlungen, gekürzte Leistungen und strengere Regeln für die Familienversicherung. Auch die geplanten Kürzungen im gesetzlichen Rentensystem lehnt der Verband ab: Sparmaßnahmen über die Rentenkommission würden Arbeitnehmer unverhältnismäßig stark belasten. Die Resolution betont, dass Beschäftigte den Großteil der Last tragen müssten, während sich viele Unternehmen ihrer Verantwortung entzögen.

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Auf dem DGB-Bundeskongress werden diese Themen nun intensiv diskutiert, während die Gewerkschaften gegen die Reformagenda der Regierung mobilmachen. Das Ergebnis der Beratungen könnte künftige Verhandlungen zu Arbeitsrechten, Gesundheitsfinanzierung und Rentensicherheit prägen. Der DGB hat deutlich gemacht, dass er sich gegen Vorhaben wehren wird, die die Kosten einseitig auf die Arbeitnehmer abwälzen – und zwar ohne breiten gesellschaftlichen Konsens.

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