03 January 2026, 04:59

Deutschlands Geburtenrate sinkt auf Rekordtief – Ost-West-Kluft vertieft sich weiter

Ein kleines Baby in einer Wiege.

Deutschlands Geburtenrate sinkt auf Rekordtief – Ost-West-Kluft vertieft sich weiter

Deutschlands Geburtenrate ist auf den niedrigsten Stand seit über einem Jahrzehnt gesunken: 2024 kamen nur noch 677.117 Kinder zur Welt – 16.000 weniger als im Vorjahr und ein weiterer Rückgang in einem langjährigen Abwärtstrend. Besonders betroffen sind die östlichen Bundesländer, wo sich seit der Wiedervereinigung 1990 die Kluft zwischen Ost und West vertieft hat.

1990 bekam eine Frau in Deutschland durchschnittlich 1,45 Kinder. Bis 2025 sank diese Zahl auf 1,35 – ein Rückgang um etwa sieben Prozent. Der stärkste Einbruch erfolgte unmittelbar nach der Wiedervereinigung, als die Geburtenrate in Ostdeutschland von 1,52 auf nur noch 0,77 Kinder pro Frau abstürzte. Westdeutschland verzeichnete dagegen keinen derart dramatischen Rückgang, da sich die Werte hier bereits nach dem Geburteneinbruch der späten 1960er-Jahre – dem sogenannten Pillenknick – stabilisiert hatten.

Wirtschaftliche Unsicherheit, hohe Arbeitslosigkeit und die massenhafte Abwanderung junger Frauen aus dem Osten trieben den Geburtenrückgang voran. Seither besteht die Diskrepanz fort: 2024 lagen die östlichen Bundesländer weiterhin hinter den westlichen – Sachsen verzeichnete mit nur 1,22 Kindern pro Frau die niedrigste Rate. Über 34 Jahre hinweg haben rund 727.000 junge Menschen den Osten in Richtung Westen verlassen, was die demografischen Ungleichgewichte weiter verschärft. Die Folgen zeigen sich heute im Altersdurchschnitt: 2024 war der durchschnittliche Deutsche 44,9 Jahre alt. Im Osten lag das Durchschnittsalter jedoch bei 47,6 Jahren, im Westen bei 44,5. Fachleute führen die anhaltend niedrigeren Geburtenraten in den neuen Bundesländern vor allem auf die anhaltende Abwanderung, wirtschaftliche Probleme und gesellschaftliche Veränderungen zurück.

Der stetige Rückgang der Geburten beschleunigt die Alterung der Bevölkerung – besonders im Osten. Mit immer weniger Neugeborenen und einer schrumpfenden jungen Erwerbsbevölkerung droht sich die demografische Schere zwischen den Regionen weiter zu öffnen. Die Daten bestätigen einen Trend, der das Land seit der Wiedervereinigung prägt – mit nachhaltigen Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft.

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