10 May 2026, 10:22

Deutschland unter Druck: Nach US-Tomahawk-Stopp droht Abschreckungslücke in Europa

Nahaufnahme eines Militärfahrzeugs mit einer runden, grün-weißen Rakete, die seitlich in einem Metallrahmen montiert ist.

Deutschland unter Druck: Nach US-Tomahawk-Stopp droht Abschreckungslücke in Europa

Deutschlands Verteidigungsspitze drängt auf schnellere Raketenentwicklung nach US-Stopp für Tomahawk-Stationierung

Nach der Absage der USA, Tomahawk-Marschflugkörper in Deutschland zu stationieren, fordern führende Verteidigungspolitiker eine beschleunigte Entwicklung europäischer Raketensysteme. Die Entscheidung reißt eine Lücke in die Abschreckungsstrategie Europas und löst Forderungen nach sofortigem Handeln aus. Politiker aus der Unionsfraktion und der SPD verlangen von Verteidigungsminister Boris Pistorius nun einen klaren Fahrplan, um die Fähigkeiten bis 2029 deutlich zu stärken.

Die Kehrtwende der US-Regierung unter Präsident Biden kommt für die europäischen Verteidigungspläne einem Rückschlag gleich. Die Tomahawks sollten eigentlich als Übergangslösung dienen, während Europa an eigenen präzisionsgelenkten Langstreckenwaffen arbeitet. Mit dem Wegfall dieser Option wachsen unter Sicherheitsexperten die Sorgen vor einem „Abschreckungsvakuum“.

Kritik an zögerlicher Modernisierung der Bundeswehr Thomas Erndl, verteidigungspolitischer Sprecher der CSU, kritisierte das schleppende Tempo bei der Modernisierung der Bundeswehr. Er forderte Pistorius auf, einen „Aktionsplan 2029“ vorzulegen, um die Glaubwürdigkeit der deutschen Abschreckung zu wahren. Erndl betonte zudem, dass innovative Lösungen nötig seien – insbesondere von jungen deutschen Unternehmen, die auf Marschflugkörper-Technologie spezialisiert sind.

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Auch Siemtje Möller, stellvertretende SPD-Vorsitzende, unterstrich die Dringlichkeit. Sie plädierte für eine beschleunigte europäische Raketenproduktion und verwies darauf, dass der Kontinent bereits über die notwendige industrielle und technologische Expertise verfüge. Möller schlug vor, die Zusammenarbeit mit der Ukraine im Rahmen ihres FP-5-Flamingo-Marschflugkörperprogramms zu intensivieren, um die Entwicklung voranzutreiben.

Warnung vor Zeitverlust und Schwächung der NATO-Ostflanke Sowohl Erndl als auch Möller sind sich einig: Europa kann sich weitere Verzögerungen nicht leisten. Angesichts der nun infrage gestellten Fähigkeiten sei zügiger Fortschritt unerlässlich, um die östliche Flanke der NATO nicht schutzlos zu lassen.

Der Stopp der Tomahawk-Stationierung zwingt Deutschland zum Umdenken in der Sicherheitspolitik. Abgeordnete pochen nun auf eine schnellere Raketenproduktion – sei es durch eigene Innovationen oder Partnerschaften mit der Ukraine. Ohne rasches Handeln, warnen Experten, droht Europa bis zum Ende des Jahrzehnts den Anschluss bei der Abschreckung potenzieller Bedrohungen zu verlieren.

Quelle