Deutschland setzt EU-Fischereimonitoring "Catch" wegen technischer Pannen aus
Senta ScheelDeutschland setzt EU-Fischereimonitoring "Catch" wegen technischer Pannen aus
Deutschland hat die Nutzung des neuen digitalen Fischereimonitoring-Systems der EU, bekannt als "Catch", vorläufig ausgesetzt. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer gab die Entscheidung bekannt und begründete sie mit anhaltenden technischen Problemen, die den Handel beeinträchtigen. Der Schritt erfolgt, obwohl das System seit dem 10. Januar rechtlich verbindlich ist.
Das "Catch"-System war von der Europäischen Kommission eingeführt worden, um Fischereierzeugnisse zu verfolgen und illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei (IUU-Fischerei) in Europa zu bekämpfen. Seit dem Start des Systems kommt es jedoch zu Verzögerungen im Handel, wobei einige Importe und Exporte aufgrund von Fehlfunktionen der Plattform blockiert wurden.
Minister Rainer hat nun das Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) angewiesen, vorläufig auf das nationale "Fikon II"-System zurückzugreifen. Er betonte, dass EU-Vorschriften für Unternehmen praxistauglich und funktionsfähig sein müssten, und forderte die Kommission auf, zügig Lösungen für Europa vorzulegen.
Mit seinen Bedenken steht Deutschland nicht allein da. Bei einer jüngsten Sitzung des EU-Agrarrats äußerten auch andere Mitgliedstaaten Kritik an der Zuverlässigkeit des Systems. Trotz der Vorbehalte wurde bisher weder ein alternatives nationales System vorgeschlagen noch hat sich in den vergangenen Wochen ein hochrangiger Politiker öffentlich gegen den Ansatz der Kommission in Europa ausgesprochen.
Die Aussetzung von "Catch" bleibt bis zur Behebung der technischen Probleme in Kraft. Fischhändler werden vorerst weiterhin die deutsche "Fikon II"-Plattform nutzen. Die Kommission hat bisher weder einen Zeitplan für die Lösung der Probleme noch aktualisierte Leitlinien für Europa bekannt gegeben.






