09 February 2026, 08:55

Deutschland setzt auf heimische Cloud-Lösungen gegen ausländische Datenkontrolle

Ein offenes Buch mit handgeschriebenem Text, wahrscheinlich ein Dokument aus der Bundesrepublik Deutschland, mit Wasserzeichen unten.

Was wichtig in Sachsens Regierungsdigitalisierung - Deutschland setzt auf heimische Cloud-Lösungen gegen ausländische Datenkontrolle

Deutschland treibt digitale Souveränität voran – Sorge um ausländische Kontrolle über Regierungsdaten wächst

Angesichts zunehmender Bedenken wegen ausländischer Kontrolle über Behördendaten strebt Deutschland nach größerer digitaler Unabhängigkeit. Da die Modernisierung der IT-Systeme nur langsam vorankommt, prüfen die Behörden nun heimische Cloud-Lösungen, um die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern zu verringern. Der Schritt folgt auf Jahre der Frustration über veraltete Infrastruktur und steigende geopolitische Spannungen.

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Bund, Länder und Kommunen nutzen derzeit ein Flickwerk verschiedener IT-Systeme, was zu Ineffizienzen und Sicherheitslücken führt. Politiker warnen vor ausländischen Gesetzen wie dem US-amerikanischen CLOUD Act, der US-Behörden den Zugriff auf Daten ermöglicht, die von US-Unternehmen – selbst im Ausland – gespeichert werden. Diese Sorgen haben sich mit der Zuspitzung der Konflikte zwischen den Großmächten weiter verschärft.

Als Reaktion prüft die Sächsische Staatskanzlei derzeit mehrere Cloud-Optionen für die öffentliche Verwaltung, ohne sich auf einen einzigen Anbieter festzulegen. Unterdessen hat die SAP-Tochter Delos Cloud in Leipzig ein Rechenzentrum speziell für eine behördenorientierte Cloud-Plattform in Betrieb genommen. Die Verantwortlichen hoffen, dass zentralisierte Cloud-Strukturen Prozesse beschleunigen und die Sicherheit erhöhen.

Die im Januar 2026 von Innenminister Alexander Dobrindt vorgestellte neue Cyber-Sicherheitsstrategie Deutschlands umfasst auch offensive Maßnahmen gegen Cyberbedrohungen. Bundesländer wie Niedersachsen haben bereits rund 30 Millionen Euro in digitale Schutzschilde investiert, um kritische Infrastrukturen abzusichern. Doch Experten zweifeln daran, ob das Land über die technischen und rechtlichen Kapazitäten verfügt, um aktive Cyber-Gegenangriffe wirksam umzusetzen.

Für die Bürgerinnen und Bürger wird der Wandel vorerst kaum spürbar sein. Langfristig jedoch soll der Umstieg zu reibungsloseren und zuverlässigeren digitalen Dienstleistungen in allen Behörden führen.

Der Vorstoß in Richtung digitaler Souveränität markiert einen Wendepunkt in Deutschlands Umgang mit der IT-Infrastruktur. Durch den Aufbau eigener Cloud-Lösungen und Cyber-Abwehrkräfte will das Land Schwachstellen verringern, die mit ausländischen Anbietern verbunden sind. Doch ob diese Bemühungen gelingen, hängt davon ab, ob technische Hürden überwunden werden und eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern gelingt.