21 March 2026, 20:26

Der "Tag von Potsdam": Wie ein Händedruck die Weimarer Republik beendete

Detailiertes altes Stadtplan von Potsdam, Deutschland, zeigt Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten mit Text oben und unten.

In der Garnisonkirche: Gedächtnisfeier zum 'Tag von Potsdam' - Der "Tag von Potsdam": Wie ein Händedruck die Weimarer Republik beendete

21. März 1933 bleibt eines der prägendsten Daten der deutschen Geschichte. Als "Tag von Potsdam" markiert er den entscheidenden Übergang von der Weimarer Republik zur nationalsozialistischen Herrschaft. Das wohl bekannteste Bild dieses Tages zeigt den Händedruck zwischen Reichskanzler Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg vor der Garnisonkirche.

Der "Tag von Potsdam" spielte sich in der historischen Garnisonkirche ab, wo sich politische und militärische Führungspersönlichkeiten versammelten. Hitlers inszenierte Zeremonie sollte die Einheit zwischen der alten konservativen Elite und der aufstrebenden NS-Bewegung demonstrieren. Der symbolträchtige Händedruck mit Hindenburg verlieh dem neuen Regime Legitimität und beschleunigte dessen Machtkonsolidierung.

Die Garnisonkirche selbst war von tiefer historischer Bedeutung. Ursprünglich im 18. Jahrhundert erbaut, wurde sie im Zweiten Weltkrieg zerstört. Ihre Ruinen dienten später als Heilig-Kreuz-Kapelle für christliche Gottesdienste, bis DDR-Staatschef Walter Ulbricht in den 1960er-Jahren ihren Abriss anordnete. Erst 2004 begannen ernsthafte Wiederaufbauarbeiten, vorangetrieben vom Bündnis "Ruf aus Potsdam" unter der Führung von Wolfgang Huber. Bis November 2023 war der Kirchturm fertiggestellt – mit 2,5 Millionen Ziegeln errichtet, handelt es sich um den höchsten Backsteinbau Europas seit zwei Jahrhunderten.

Heute findet auf dem Gelände jährlich eine Gedenkveranstaltung statt, die an die Ereignisse des 21. März 1933 erinnert. Kritiker warnen, der Wiederaufbau der Kirche könnte eine Stätte glorifizieren, die mit dem Aufstieg des NS-Regimes verbunden ist. Befürworter hingegen sehen darin die Wiederherstellung preußischen Erbes und einen Ort der Versöhnung.

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Der "Tag von Potsdam" gilt heute weithin als Geburtsstunde des Dritten Reiches. Die Garnisonkirche, einst Kulisse nationalsozialistischer Propaganda, ist nun als Mahnmal der Geschichte wiedererstanden. Welche Rolle sie künftig spielen wird – ob als Ort des Gedenkens oder der Kontroverse – bleibt jedoch weiter umstritten.

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