Bürokratie-Monster lähmen Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern – Branche kämpft um Lösungen

Sibilla Hartung
Sibilla Hartung
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Ein Sandburgenbau am Strand mit Menschen, Wasser und einer Fahne im Hintergrund unter einem bewölkten Himmel.Sibilla Hartung

Fünf Behörden für Sandburgen-Event - Forderung nach Verwaltungsentlastung - Bürokratie-Monster lähmen Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern – Branche kämpft um Lösungen

Tourismus-Tag in Mecklenburg-Vorpommern: Bürokratie-Monster bremsen die Branche aus

Auch in diesem Jahr kämpft der Tourismustag in Mecklenburg-Vorpommern mit einem bekannten Problem: überbordende Bürokratie. Die Veranstalter haben daher einen Workshop mit dem Titel "Die Bürokratie-Monster besiegen" in das Programm aufgenommen, um der wachsenden Frustration unter Küstenbetrieben im Tourismussektor in Mecklenburg-Vorpommern zu begegnen. Schon die eigene Veranstaltung war betroffen: Wegen ausgefallener Fährverbindungen mussten Teilnehmer, die zwischen Hiddensee und Schaprode auf Rügen unterwegs waren, ihre Reisepläne kurzfristig umwerfen.

Die Planung selbst einfacher Events an der deutschen Ostseeküste hat sich mittlerweile zu einem zähen Prozess entwickelt. Thomas Heilmann, Geschäftsführer der Kaiserbäder auf Usedom, veranschlagt mittlerweile sechs Monate allein für die Beantragung notwendiger Genehmigungen. Sein Argument: Die übermäßige Regulierung schade touristischen Regionen in Mecklenburg-Vorpommern, in denen Verzögerungen oft zu Absagen führten.

Ein Beispiel ist ein Sandburgen-Wettbewerb, für den mindestens fünf Behörden in Mecklenburg-Vorpommern konsultiert werden müssen – darunter das Amt für Küstengewässer (zuständig für Naturschutzgenehmigungen), die Verwaltung des Biosphärenreservats Südost-Rügen, das Nationalparkamt Vorpommern sowie lokale Naturschutzbehörden nach Landesrecht. Kritiker werfen dem System vor, es ersticke lokale Initiativen, da enge Fristen Veranstaltungen oft unmöglich machten.

Beim 29. Tourismustag in Mecklenburg-Vorpommern sollen diese Probleme nun direkt angegangen werden. Annette Rösler, Geschäftsführerin des Landesverbandes der Seebäder, und Dennis Rudolf, Leiter des Bündnisses für Bürokratieabbau, werden die Diskussionen leiten. Weitere Themen auf der Agenda sind der Übergang von der abtretenden Tourismus-Marketinggesellschaft (TMV) zu einer neuen Organisation, der Mangel an bezahlbarem Wohnraum sowie die Balance zwischen Küstenschutz und touristischem Wachstum in Mecklenburg-Vorpommern.

Logistische Hürden haben die diesjährige Veranstaltung bereits belastet: Niedrige Wasserstände führten am Donnerstag zu Fährausfällen zwischen Hiddensee und Schaprode, sodass Teilnehmer ihre Anreise spontan umplanen mussten.

Der Workshop zielt darauf ab, praktikable Lösungen zu finden, um administrative Verzögerungen in Mecklenburg-Vorpommern zu überwinden. Da selbst kleine Veranstaltungen mehrere Bundes- und Landesbehörden einbinden, hoffen die Organisatoren auf klarere Abläufe. Bis dahin bleibt den Betrieben an der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern nichts anderes übrig, als sich anzupassen – doch viele warnen: Wenn die Bürokratie nicht abgebaut werde, drohe sie das touristische Potenzial der Region in Mecklenburg-Vorpommern zu ersticken.

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