23 May 2026, 22:29

Bundesregierung verlängert Microsoft-365-Vertrag trotz Preiserhöhungen bis 2027

Regierung setzt weiter auf Microsoft

Bundesregierung verlängert Microsoft-365-Vertrag trotz Preiserhöhungen bis 2027

Die deutsche Bundesregierung hat ihren Microsoft-365-Vertrag trotz steigender Kosten bis Juni 2027 verlängert. Ab Juli 2026 müssen Nutzer im öffentlichen Sektor mit Preiserhöhungen von bis zu 13 Prozent rechnen. Kritiker bemängeln, dass die Entscheidung die Abhängigkeit von US-Technologieanbietern vertiefe und die Chance verpasse, Alternativen zu prüfen.

Ursprünglich hätte der Vertrag im Juni 2026 auslaufen können, doch die Verantwortlichen entschieden sich für eine Verlängerung um ein weiteres Jahr. Laut den neuen Bedingungen können Behörden und fördermittelgeförderte Organisationen zwar weiterhin Microsoft-Produkte nutzen – sind dazu aber nicht verpflichtet. Allein im Jahr 2022 gaben Bundesbehörden und Empfänger von Fördermitteln fast 500 Millionen Euro für Microsoft-Dienste aus.

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Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der andere europäische Länder auf digitale Souveränität setzen. Frankreich etwa hat Fortschritte bei der Umstellung staatlicher Abläufe auf alternative Software gemacht. In Deutschland hingegen bleibt das Ausmaß der Ausgaben für US-Technologiekonzerne teilweise im Dunkeln, da die Zahlen weder Kommunen und Landesbehörden noch andere große Auftragnehmer berücksichtigen.

Rebecca Lenhard, digitalpolitische Sprecherin der Grünen, kritisierte die Vertragsverlängerung scharf. Sie warf der Regierung vor, eine Gelegenheit vertan zu haben, sich von amerikanischen Anbietern zu lösen und heimische Lösungen zu fördern. Ohne tragfähige Alternativen jedoch bleiben vielen Behörden und Unternehmen kaum Optionen, als die höheren Preise zu akzeptieren.

Die einjährige Verlängerung hält den bestehenden Microsoft-Rahmen aufrecht und sichert so die Kontinuität für staatliche Nutzer. Dennoch treten die Preiserhöhungen wie geplant in Kraft und belasten damit die Haushalte des öffentlichen Sektors zusätzlich. Da sich an der grundsätzlichen Strategie vorerst nichts ändert, dürfte die Abhängigkeit von US-Technologiedienstleistern vorerst bestehen bleiben.

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