Brandenburgs Verkehrsminister Tabbert tritt nach Bahn-Chaos und Koalitionsstreit zurück
Sibilla HartungMinister: Bahnreisende müssen weiter leiden - Brandenburgs Verkehrsminister Tabbert tritt nach Bahn-Chaos und Koalitionsstreit zurück
Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Tabbert hat seinen Rückzug aus der Politik bekannt gegeben. Der 65-Jährige wird sein Amt niederlegen, sobald in den kommenden Wochen eine neue Landesregierung ihre Arbeit aufnimmt. Sein Abschied folgt auf interne Parteikonflikte und das Scheitern der SPD/BSW-Koalition.
Tabbert warnte zudem Bahnreisende vor jahrelangen Behinderungen. Modernisierungsarbeiten werden weiterhin den Verkehr auf wichtigen Strecken beeinträchtigen, darunter die Verbindung Hamburg–Berlin sowie geplante Sperrungen auf der Strecke Hannover–Berlin in den Jahren 2026 und 2027.
Der Minister, der zwar die BSW-Partei verlassen hat, aber vorerst noch im Amt bleibt, kritisierte die aktuelle Vorgehensweise bei Bahnsanierungen scharf. Er argumentierte, dass die monatelange Vollsperrung ganzer Strecken unnötige Härten für Fahrgäste mit sich bringe – auch für ihn selbst. Stattdessen forderte er effizientere Methoden, wie sie im Ausland üblich seien, wo Bauarbeiten ohne vollständige Verkehrsunterbrechung durchgeführt werden könnten.
Tabbert wies zudem auf die hohen Kosten und die unzureichende Nutzung von Schienenersatzverkehr hin. Diese Alternativen könnten die Nachfrage oft nicht decken, sodass Reisende strandeten oder mit langen Verspätungen kämpften. Seine Frustration spiegle eine breitere Besorgnis über die Auswirkungen langwieriger Sperrungen auf Pendler und Fernreisende wider.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt plant Tabbert, sich seinen Hobbys und ehrenamtlicher Arbeit zu widmen. Sein Rücktritt markiert das Ende einer turbulenten Phase in der brandenburgischen Verkehrspolitik, doch ein Nachfolger steht noch nicht fest. Die neue Regierung, deren Bildung für diesen Frühling erwartet wird, übernimmt die anhaltende Herausforderung, Modernisierung und möglichst geringe Beeinträchtigungen in Einklang zu bringen.
Tabberts Abschied hinterlässt Brandenburgs Verkehrssektor in einer Übergangsphase. Die künftige Landesregierung wird sich mit anhaltenden Bahnstörungen auseinandersetzen und den Ersatzverkehr verbessern müssen. Bis dahin müssen sich Fahrgäste auf weitere Verspätungen einstellen, während die Modernisierungsarbeiten voranschreiten.
