Brandenburgs Spargelsaison startet mit Rekordkosten und Preisdruck vor Ostern
Senta ScheelBrandenburgs Spargelsaison startet mit Rekordkosten und Preisdruck vor Ostern
Offizielle Eröffnung der Spargelsaison in Brandenburg – erste Ernte vor Ostern eingekommen
In Brandenburg hat die Spargelsaison offiziell begonnen, die ersten Stangen wurden kurz vor Ostern geerntet. Landwirte in der Region Beelitz erwarten eine ertragreiche Saison, doch steigende Kosten und Preisdruck setzen die Erzeuger im gesamten Bundesland unter Druck.
Seit 2020 hat der Spargelanbau in Brandenburg deutlich an Fahrt aufgenommen. Die Anbaufläche erweitere sich von etwa 1.200 Hektar auf über 1.500 Hektar bis 2025. Treibende Kräfte waren die gestiegene Nachfrage nach regionalen Produkten, EU-Fördergelder für nachhaltige Landwirtschaft sowie die günstigen Bodenverhältnisse in Gebieten wie der Uckermark. Auch staatliche Anreize für klimaresistente Landwirtschaft spielten eine Rolle.
Trotz der Ausweitung der Anbauflächen lag die Gesamtmenge der Ernte 2025 bei knapp 19.000 Tonnen – leicht unter den Vorjahren. Die Landwirte kämpfen mit höheren Ausgaben, die vor allem durch den Iran-Konflikt verursacht wurden: Die Energiekosten, insbesondere für Diesel, sind gestiegen. Zudem belastet die jüngste Erhöhung des Mindestlohns die Lohnkosten zusätzlich und verschärft die finanzielle Situation der Betriebe.
Zu Saisonbeginn liegen die Spargelpreise zwischen 15 und 18 Euro pro Kilogramm. Supermarktketten wehren sich gegen Preiserhöhungen, was es den Landwirten erschwert, ihre gestiegenen Kosten zu decken. Agrarministerin Hanka Mittelstädt betont zwar das anhaltend starke Verbraucherinteresse an regionalen Produkten, verweist aber auf geopolitische Unsicherheiten, die zu Zurückhaltung führen. Im Laufe der Saison werden die Preise voraussichtlich sinken und könnten sich bei etwa 10 bis 12 Euro pro Kilogramm einpendeln, sobald das Angebot steigt.
Die Nachfrage nach Beelitzer Spargel bleibt unvermindert hoch und festigt seinen Ruf als begehrtes regionales Produkt. Die hohen Anfangspreise spiegeln die kombinierte Wirkung von Energiekosten, Lohnaufwendungen und dem Preisdruck durch den Handel wider. Mit zunehmender Verfügbarkeit könnten Verbraucher in den kommenden Wochen jedoch mit sinkenden Preisen rechnen. Bis dahin müssen Brandenburgs Landwirte den Spagat zwischen steigenden Kosten und stabiler Nachfrage nach ihrer Ernte meistern.






