BGL warnt vor Kollaps der Schieneninfrastruktur – Güterverkehr in der Dauerkrise
Gabriel HethurBGL warnt vor Kollaps der Schieneninfrastruktur – Güterverkehr in der Dauerkrise
Der Bundesverband Güterverkehr und Logistik (BGL) hat schwere Vorwürfe gegen den Zustand der deutschen Schieneninfrastruktur erhoben. Der Verband wirft DB InfraGO, dem zuständigen Infrastrukturbetreiber, vor, die wachsenden betrieblichen Probleme nicht in den Griff zu bekommen – mit gravierenden Folgen für den Güterverkehr. Die anhaltenden Defizite untergraben laut Verband die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene im Vergleich zum Straßenverkehr.
Aktuelle Störungen haben die Güterbahnunternehmen in eine Dauer-krise gestürzt. Lieferketten geraten ins Stocken, und die Zuverlässigkeit des Schienenverkehrs steht auf dem Spiel. Ein bundesweiter Ausfall des GSM-R-Bahnfunks verschärfte die Lage zusätzlich. Als das System zusammenbrach, stellte sich heraus, dass Notfallpläne entweder fehlten oder unwirksam waren.
Als weiteres Alarmzeichen führt der Verband das mehrtägige Chaos an Christi Himmelfahrt an – ein Beleg für tiefgreifende strukturelle Schwächen. Zudem kritisiert er anhaltende Mängel in den Fahrplanbüros und Leitstellen. Angesichts der wiederholten Pannen fordert der Verband nun entschlossenes staatliches Eingreifen.
Als Reaktion drängt der BGL die Bundesregierung, die Kontrolle über DB InfraGO zu verschärfen. Zudem hat er den Verkehrsausschuss des Bundestags aufgefordert, die aktuellen Störungen mit höchster Priorität zu behandeln. Kernforderung ist die Schaffung eines unabhängigen Bundesamts für Schieneninfrastruktur, das das Netz überwachen und steuern soll.
Die Geschäftsführerin des Verbands, Neele Wesseln, übt öffentlich scharfe Kritik an der Krisenbewältigung durch DB InfraGO. Die vorgeschlagenen Reformen zielen darauf ab, den Bahnbetrieb zu stabilisieren und das Vertrauen in den Güterverkehr wiederherzustellen. Ohne Kurskorrektur, so die Warnung, werde die Schiene im Wettbewerb mit dem Lkw-Verkehr weiter an Boden verlieren.
