07 January 2026, 20:50

Berliner Bürgermeister spielt Tennis während des Stromausfalls – und löst Empörung aus

Eine Konferenzszene mit Sitzenden, die einer Diskussion auf der Bühne folgen, zwischen Medienvertretern und -besitzern, mit einem großen Banner und einer Wand im Hintergrund.

Urlaub, Lachen, Tennisspiel - politische Patzer und ihre Folgen - Berliner Bürgermeister spielt Tennis während des Stromausfalls – und löst Empörung aus

Deutsche Politiker sehen sich immer wieder mit heftiger Kritik für ihr Verhalten in Krisensituationen konfrontiert. Aktuelle Vorfälle reichen von Berlins regierendem Bürgermeister, der während eines Stromausfalls Tennis spielte, bis hin zu früheren Skandalen, bei denen Politiker in Katastrophengebieten lachten oder unpassend Urlaub machten. Solche Momente führten oft zu Rücktritten oder öffentlicher Empörung.

Im Jahr 2024 verbrachte Kai Wegner, der regierende Bürgermeister Berlins, eine Stunde auf dem Tennisplatz – am ersten Tag eines großflächigen Stromausfalls. Der Blackout, bei dem Brandstiftung als Ursache vermutet wird, ließ Teile des Südwestens der Hauptstadt tagelang ohne Strom. Auf Nachfrage zu seinen Aktivitäten während der Krise verschwieg Wegner das Tennismatch.

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Die Kritik an seinem Verhalten nimmt zu und erinnert an frühere Affären. Im Juli 2021 wurde Armin Laschet, damals CDU-Vorsitzender, dabei gefilmt, wie er in einem von Hochwasser verwüsteten Gebiet lachte, während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine feierliche Ansprache hielt. Der Vorfall schadete Laschets Ruf maßgeblich und trug zwei Monate später zur Wahlniederlage seiner Partei bei. Andere Rücktritte folgten ähnlichen Kontroversen: Anne Spiegel trat im April 2022 als Bundesfamilienministerin zurück, nachdem sie nur kurz nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal einen vierwöchigen Urlaub in Frankreich angetreten hatte. Christine Lambrecht gab im Januar 2023 ihr Amt als Verteidigungsministerin auf – unter anderem, weil ein Foto ihres Sohnes in einem Militärhubschrauber an ihrer Seite für Aufsehen sorgte. Schon im Juli 2002 war Rudolf Scharping nach einer Veröffentlichung des Bunte-Magazins entlassen worden: Die Bilder zeigten ihn entspannt am Pool auf Mallorca, während im Bundestag über Truppeneinsätze debattiert wurde.

In Berlin ist der Strom zwar wiederhergestellt, doch die politischen Folgen des Vorfalls hallen nach. Wegners Tennismatch während des Blackouts wird mit früheren Fehltritten anderer Politiker verglichen. Diese Vorfälle zeigen, wie schnell das öffentliche Ansehen von Amtsträgern leidet, wenn sie in Krisenzeiten den Eindruck von Realitätsferne erwecken.