Bechtle-Aktie stürzt ab: Führungsumbau und schwache Prognose erschüttern Investoren
Sibilla HartungBechtle-Aktie stürzt ab: Führungsumbau und schwache Prognose erschüttern Investoren
Bechtle baut Führungsebene um – Aktie auf Fünfjahrestief nach schwacher Gewinnprognose
Der IT-Dienstleister Bechtle strukturiert seine Führung neu, während das Unternehmen vor einem schwierigen Jahr steht. Die Aktie ist stark eingebrochen und erreichte nach enttäuschenden Gewinnprognosen für 2026 den tiefsten Stand seit fünf Jahren. Steigende Kosten und anhaltende Lieferkettenprobleme setzen das Unternehmen unter Druck.
Wie der Aufsichtsrat bekannt gab, wird der Vorstand ab Januar 2027 von vier auf drei Mitglieder verkleinert. Zwei langjährige Führungskräfte, darunter Vorstandsvorsitzender Thomas Olemotz, werden das Unternehmen bis Ende 2026 verlassen.
Am 20. März 2026 stürzte die Bechtle-Aktie um 16,3 Prozent auf 25,10 Euro ab – der niedrigste Kurs seit März 2019. Auslöser war eine zurückhaltende Prognose für 2026, die ein Vorsteuerergebniswachstum von lediglich 0 bis 5 Prozent vorsieht. Externe Herausforderungen wie geopolitische Spannungen, volatile Märkte und anhaltende Engpässe in der Lieferkette – insbesondere bei Speicherchips – belasten das Geschäft.
Die Zahlen für 2025 zeigten zwar einen Umsatzanstieg um 8,1 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro, doch das Ergebnis vor Steuern sank um 6 Prozent auf 324 Millionen Euro. Höhere Komponentenkosten und Chipknappheit trieben die Preise in die Höhe, was Kunden zögern lässt, in neue Technologien zu investieren. Die Unternehmensführung will die Prognose für 2026 bis Mitte des Jahres überprüfen, wobei die Entwicklung der Lieferketten und deren Auswirkungen auf die Gewinnmargen im Fokus stehen.
Im Rahmen der Führungsneuaufstellung scheiden Antje Leminsky Ende 2026 sowie Thomas Olemotz nach 17 Jahren als Vorstandsvorsitzender aus. Seine Nachfolge tritt Konstantin Ebert Anfang 2027 an. Der neue dreiköpfige Vorstand soll interne Prozesse beschleunigen und strebt bis 2030 einen Umsatz von 10 Milliarden Euro an.
Trotz des Gewinnrückgangs im vergangenen Jahr schlägt Bechtle vor, die Dividende für 2025 stabil bei 0,70 Euro pro Aktie zu halten.
Für 2026 erwartet das Unternehmen eine Vorsteuermarge von maximal 5 Prozent – deutlich unter den Vorjahreswerten. Die Aktionäre werden genau beobachten, wie die neue Führung mit den Lieferkettenrisiken und Kostendruck umgeht. Eine aktuelle Einschätzung zur Verfügbarkeit von Speicherchips und zur Profitabilität soll im Sommer vorliegen.






