07 May 2026, 14:29

Bayerns Wasserstoff-Milliarden versickern: Warum die Pläne scheitern

Gelber Wasserstoff-elektrischer Auto vor einem Gebäude mit Absperrpollern, Bannern, Menschen, Schildern, einer Topfpflanze, Deckenleuchten und Ventilatoren.

Bayerns Wasserstoff-Milliarden versickern: Warum die Pläne scheitern

Bayerns Wasserstoff-Offensive stockt – Millionen bleiben ungenutzt

Die Bemühungen Bayerns, Wasserstoff als Energieträger zu etablieren, haben schwere Rückschläge erlitten: Der Großteil der bereitgestellten Fördergelder blieb unangetastet. Obwohl fast 142 Millionen Euro für Forschung und Infrastruktur vorgesehen waren, hemmen geringe Nachfrage und hohe Kosten den Fortschritt. Kritiker stellen inzwischen infrage, ob die Investitionen gerechtfertigt waren.

Die Landesregierung hatte für 2024 und 2025 knapp 120 Millionen Euro für den Bau von Elektrolyseuren eingeplant. Doch bis 2025 wurden davon lediglich 4,1 Millionen Euro abgerufen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Wasserstoff-Tankstellen: Von den zwischen 2018 und 2025 zugesagten 61 Millionen Euro flossen nur 16,3 Millionen in Projekte – ganze 9 Millionen Euro an nicht genutzten Zuschüssen mussten sogar zurückerstattet werden, weil geplante Vorhaben nicht realisiert wurden.

Mittlerweile ist das Tankstellen-Förderprogramm ausgelaufen, ohne dass die Mittel vollständig ausgeschöpft wurden. Energieexperten halten Wasserstoff ohnehin für kaum geeignet, um Heizungen oder Autos anzutreiben – die Produktionskosten seien schlicht zu hoch. Währenddessen setzt die Bundesregierung auf ein Wasserstoff-Kernnetz, das vor allem industrielle Abnehmer bedienen soll, statt auf eine breite Anwendung.

Die Grünen-Politiker Martin Stümpfig und Markus Büchler werfen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) vor, Steuergelder verschwendet zu haben. Die Mittel seien in unwirksame Projekte geflossen, die kaum spürbare Effekte zeigten. Zwar wurde bis 2025 mehr als die Hälfte der 142 Millionen Euro für Energieforschung abgerufen – doch der spezifisch für Wasserstoff vorgesehene Teil bleibt weitgehend ungenutzt.

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Die zögerliche Inanspruchnahme der Fördergelder deutet auf geringes wirtschaftliches Interesse hin. Ähnlich wie bei Erdgas wäre Deutschland auch bei Wasserstoff auf massive Importe angewiesen. Mit dem Auslaufen des Tankstellenprogramms bleibt die Zukunft der Technologie im Verkehr und bei der Wärmeversorgung ungewiss.

Quelle