17 March 2026, 10:24

Bayer feiert Durchbruch mit Kerendia trotz Milliardenverlusten und Roundup-Klagen

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal mehr für dieselben Medikamente berechnet hat als in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Bayer feiert Durchbruch mit Kerendia trotz Milliardenverlusten und Roundup-Klagen

Bayer hat positive Ergebnisse aus einer entscheidenden klinischen Studie für sein Medikament Kerendia bekannt gegeben – eine vielversprechende Entwicklung für Patienten mit nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung. Die Meldung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen weiterhin unter finanziellen Belastungen durch anhaltende Rechtsstreitigkeiten leidet: Für 2025 wurde ein Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro ausgewiesen. Anleger reagierten dennoch optimistisch – die Aktie stieg um 4,71 % auf 40,25 Euro.

Die Phase-III-Studie FIND-CKD zeigte, dass Kerendia bei Erwachsenen mit chronischer Niereninsuffizienz (CKD) ohne Diabetes die Nierenfunktion im Vergleich zu einem Placebo deutlich verbesserte. Auf Basis dieser Ergebnisse plant Bayer die Einreichung eines Antrags bei der US-Arzneimittelbehörde FDA, um die Zulassung des Wirkstoffs zu erweitern – ein Schritt, der das Marktpotenzial des Medikaments considerably vergrößern könnte.

Trotz der juristischen Herausforderungen bleibt die Pharmasparte des Konzerns stabil. Dennoch belasten die anhaltenden Klagen im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Roundup die Finanzlage: Allein diese Verfahren trugen 2025 zu einer Nettoverschuldung von knapp 30 Milliarden Euro bei. Investoren verfolgen derzeit zwei zentrale Rechtsentwicklungen mit besonderer Aufmerksamkeit: die Prüfung der Roundup-Warnhinweise durch den US-Supreme Court, dessen mündliche Verhandlung für den 1. April 2026 angesetzt ist und dessen Urteil bis Mitte Juni 2026 erwartet wird.

Zudem steht am 1. April 2026 die Hauptversammlung von Bayer an, auf der die Aktionäre über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie abstimmen werden. Gleichzeitig gerät ein Erlass zur Sicherung der Glyphosat-Versorgung unter die Lupe – ein weiterer Unsicherheitsfaktor für das Unternehmen.

Eine für Bayer günstige Entscheidung des Supreme Courts in Kombination mit dem klinischen Erfolg von Kerendia könnte die finanzielle Last mindern und die geplante Markteinführung von zehn Blockbuster-Medikamenten im kommenden Jahrzehnt unterstützen.

Der Antrag auf erweiterte Zulassung von Kerendia markiert einen potenziellen Wendepunkt für das Pharmageschäft von Bayer. Bei einer Genehmigung könnte das Medikament einer größeren Patientengruppe zugutekommen, während ein positives Urteil in der Roundup-Frage die langfristigen finanziellen Risiken verringern würde. Die nächsten Schritte des Konzerns hängen nun von den anstehenden regulatorischen und gerichtlichen Entscheidungen in den kommenden Monaten ab.

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