Baugewerbe schafft Lohn-Gleichheit: Ost und West endlich vereint
Historischer Tarifkompromiss: Baugewerbe gleicht Löhne zwischen Ost und West an
Die deutsche Bauwirtschaft hat eine richtungsweisende Vereinbarung zur Angleichung der Löhne zwischen den ost- und westdeutschen Bundesländern erzielt. Das Abkommen ist das Ergebnis zäher Verhandlungen und eines fast dreiwöchigen Streiks, den die Gewerkschaft IG BAU geführt hatte. Arbeitnehmer im Osten erhalten nun höhere Lohnerhöhungen als ihre Kollegen im Westen – ein bedeutender Schritt in der Arbeitsmarktpolitik.
Kern der Einigung ist das Prinzip "Ein Land, ein Lohn, ein Gehalt" für ganz Deutschland. Künftig gibt es keine unterschiedlichen Tarifstufen mehr zwischen Ost und West. Damit endet eine jahrzehntelange Ungleichbehandlung seit der Wiedervereinigung.
Die Löhne in Ostdeutschland steigen um 5,3 Prozent, während die Erhöhung im Westen bei 3,9 Prozent liegt. Ziel ist es, die seit Langem bestehende Lohnlücke zwischen den Regionen zu verringern. Der aktuelle Tarifvertrag gilt bis zum 31. März 2027.
Carsten Burckhardt, stellvertretender Vorsitzender der IG BAU, bezeichnete die Einigung als "historischen Meilenstein". Die Gewerkschaft hatte die Reformen vehement vorangetrieben, darunter einen fast drei Wochen andauernden Arbeitskampf. In der Bauwirtschaft sind bundesweit rund 920.000 Beschäftigte tätig, davon über 600.000 im Westen.
Durch die Lohnangleichung rücken die Verdienste ostdeutscher Arbeitnehmer näher an das Niveau ihrer westdeutschen Kollegen heran. Die Vereinbarung betrifft Hunderttausende Beschäftigte und setzt neue Maßstäbe für gerechte Bezahlung. Die nächste Tarifrunde ist für 2027 vorgesehen.






