Ashura-Marsch in Berlin löst Debatte über Kinderbeteiligung und politische Symbolik aus
Gabriel HethurAshura-Marsch in Berlin löst Debatte über Kinderbeteiligung und politische Symbolik aus
Ashura-Marsch in Berlin löst Kontroverse aus
Eine Demonstration anlässlich des schiitischen religiösen Festes Ashura hat am Wochenende in Berlin für Aufsehen gesorgt. Die unter dem Titel „Ashura-Marsch“ organisierte Veranstaltung sollte ein Zeichen der Solidarität mit unterdrückten Menschen weltweit setzen. Kritik gab es, nachdem Kinder bei einer Nachstellung einer historischen Entführungsszene eingesetzt wurden.
Rund 600 Menschen nahmen trotz extremer Hitze mit Temperaturen von bis zu 40°C an dem Marsch teil. Mehrere Teilnehmer mussten wegen kreislaufbedingter Hitzeprobleme medizinisch versorgt werden. Zur Demonstration gehörte auch eine theatralische Darstellung, bei der Kinder aneinandergebunden wurden – als Symbol für die Verschleppung von Frauen und Kindern in der islamischen Geschichte.
Die zuständige Einsatzleitung untersagte die Aufführung während eines Abstimmungsgesprächs mit den Veranstaltern. Der Leiter der Demonstration brach die Szene daraufhin ab. Vor-Ort-Dolmetscher bestätigten, dass die Kundgebung friedlich verlief und keine strafbaren Inhalte zu erkennen waren.
Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) verurteilte die Einbindung von Kindern scharf und bezeichnete es als inakzeptabel, sie bei solchen Veranstaltungen zu instrumentalisieren oder auszunutzen. Auch das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) kritisierte die Veranstaltung als islamistisch und politisch mit der Führung Irans verbunden. Ashura selbst ist im schiitischen Islam ein Trauertag, an dem des Märtyrertods von Imam Hussein gedacht wird.
Die Demonstration endete ohne weitere Zwischenfälle. Die untersagte Nachstellung wurde gestoppt, und die Veranstalter kamen der Anordnung nach. Die Kritik von Behörden und Gruppen richtete sich vor allem auf den Einsatz von Kindern und die politische Ausrichtung der Kundgebung.
