ApoVWG-Entwurf spaltet Branche: Apotheker warnen vor Entprofessionalisierung und Milliardenkosten

Gabriel Hethur
Gabriel Hethur
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Ein Plakat mit Text ├╝ber Arzneimittelpreisunterschiede im Jahr 2022, mit einigen Flaschen und einer Spritze.Gabriel Hethur

ApoVWG-Entwurf spaltet Branche: Apotheker warnen vor Entprofessionalisierung und Milliardenkosten

Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) wird im Gesundheitsausschuss des Bundestags debattiert

Branchenvertreter haben Bedenken gegen geplante Änderungen geäußert, darunter Gebührenerhöhungen, Lagerungsvorschriften und die Rolle der Apotheker bei der Arzneimittelabgabe.

Thomas Anders, Präsident der Bundesapothekerkammer (ABDA), unterstützte Pläne, die Festgebühr durch neue Regelungen anzuheben. Gleichzeitig warnte er jedoch, dass der Betrieb von Apotheken ohne qualifizierte Apotheker oder vor-Ort-Labore eine "Entprofessionalisierung" des Berufsstands zur Folge hätte. Seine Äußerungen folgten einer Warnung von Markus Grunenberg vom GKV-Spitzenverband, der schätzt, dass eine Gebührenanpassung das Gesundheitssystem bis zu eine Milliarde Euro kosten könnte.

Anja Zierath vom Bundesverband der Pharmazeutisch-technischen Assistenten (BVpta) lehnte die Idee einer Apothekenvertretung ohne zusätzliche Qualifizierung ab. Ulrich Langenberg von der Bundesärztekammer (BÄK) wies unterdessen Forderungen zurück, verschreibungspflichtige Medikamente rezeptfrei verfügbar zu machen.

Bork Bretthauer von Pro Generika betonte zwar die stabile Versorgung mit Biosimilars, forderte aber ein Verbot von Exklusivverträgen. Thomas Porstner vom Pharma-Großhandelsverband (Phagro) verlangte strengere Kontrollen von Logistikunternehmen, um eine sachgerechte Lagerung und den Transport von Arzneimitteln zu gewährleisten. Dr. Stefan Hartmann vom Bundesverband Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) schlug zudem Änderungen bei der Erstattung von Rezepturarzneimitteln vor.

Anders verwies zudem auf einen kontinuierlichen Rückgang der Apothekenzahlen in den vergangenen 13 Jahren und mahnte zügige Reformen an, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Die Debatten zeigen tiefe Gräben in Fragen der Apothekenregulierung, der Kosten und der beruflichen Standards. Jede Anpassung des ApoVWG muss finanzielle Belange mit Patientensicherheit und Branchenstabilität in Einklang bringen. Die endgültigen Beschlüsse des Ausschusses könnten die Arzneimittelversorgung in ganz Deutschland neu prägen.