19 February 2026, 01:44

Alice Schwarzer über Frauen in der Politik: Merkels Erbe und die AfD-Gefahr

Eine Person, die eine Weltkugel mit der Aufschrift "Congres International pour le Suffrage des Femmes" darüber auf einem Plakat für die Internationale Frauenwahlrechtsbewegung in Budapest, Ungarn, hält.

Alice Schwarzer über Frauen in der Politik: Merkels Erbe und die AfD-Gefahr

Die prominente Feministin Alice Schwarzer hat ihre Sicht auf Frauen in der deutschen Politik dargelegt und dabei sowohl Fortschritte als auch Bedenken hervorgehoben. Einerseits lobte sie die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel als bahnbrechende Persönlichkeit, andererseits kritisierte sie die aktuelle Politik und den Aufstieg der rechtspopulistischen AfD. Ihre Äußerungen spiegeln eine Mischung aus Optimismus und Skepsis gegenüber der Zukunft weiblicher Führung im Land wider.

Schwarzer bezeichnete Merkel als starkes Vorbild für junge Frauen und betonte, wie deren Amtszeit dazu beitrug, weibliche Autorität in Spitzenpositionen zu normalisieren. Sie erzählte eine Anekdote, in der Mädchen statt eines Schneemanns eine "Schnee-Merkel" bauten – ein Zeichen dafür, wie tief die ehemalige Kanzlerin die gesellschaftliche Wahrnehmung geprägt hat. Laut Schwarzer sendete Merkels Amtszeit eine klare Botschaft: Frauen können – und sollen – höchste politische Ämter bekleiden.

Gleichzeitig übte sie scharfe Kritik an Annalena Baerbocks "feministischer Außenpolitik". Die Gründungsvorsitzende der Grünen warf sie vor, Frauen in Krisenregionen – insbesondere im Iran und in Afghanistan – im Stich zu lassen. Schwarzers Aussagen deuteten an, dass symbolische Gesten allein nicht ausreichen, um echten Wandel herbeizuführen.

Zum Thema AfD führte Schwarzer einen Widerspruch an: Zwar könnte Parteichefin Alice Weidel als Kanzlerin theoretisch Frauen stärken, doch das konservative Programm der AfD berge insgesamt eine Gefahr. Sie warnte, der wachsende Einfluss der Partei drohe, errungene feministische Fortschritte zurückzudrehen. Zugleich räumte sie ein, dass es bisher keine belastbaren Daten gebe, die belegen, wie sich die AfD in Ländern, in denen sie an Einfluss gewonnen hat, konkret auf die politische Repräsentation von Frauen auswirkt.

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Schwarzers Aussagen zeichnen ein komplexes Bild der Rolle von Frauen in der deutschen Politik. Merkels Erbe bleibt Maßstab, doch aktuelle Herausforderungen – von Defiziten in der Außenpolitik bis zum Aufstieg der AfD – erfordern Wachsamkeit. Die Debatte über weibliche Führung geht weiter, mit Chancen und Risiken am Horizont.