AfD scheitert mit Forderung nach mehr Hausunterricht in Brandenburg
Gesa EigenwilligBrandenburg verschiebt Schulpflicht nicht auf Familien - AfD scheitert mit Forderung nach mehr Hausunterricht in Brandenburg
In Deutschland hat sich die Debatte über Hausunterricht verschärft, nachdem die rechtspopulistische AfD Änderungen am Gesetz zur Schulpflicht vorgeschlagen hatte. Die Partei argumentiert, Eltern sollten die Möglichkeit haben, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten, und verwies dabei auf anhaltende Probleme im öffentlichen Dienst der Schulen. Sowohl SPD als auch CDU lehnen den Vorstoß jedoch entschieden ab und betonen die Bedeutung des traditionellen Klassenunterrichts.
Der Vorschlag der AfD erfolgte als Reaktion auf wachsende Sorgen über die Zustände an Schulen. Die Partei wies auf Missstände wie Lehrkräftemangel, ausfallenden Unterricht und zunehmende Gewalt in Klassenzimmern hin. Diese Defizite, so die AfD, rechtfertigten es, Familien mehr Kontrolle über die Bildung ihrer Kinder zu geben.
In Brandenburg scheiterte der Versuch der AfD, die Schulpflichtregelungen zu lockern. Die geplante Änderung hätte mehr häusliches Lernen ermöglicht, doch Kritiker warnten, dies könnte das öffentliche Bildungssystem schwächen.
Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) sprach sich klar gegen Hausunterricht aus und betonte die wichtige soziale Funktion von Schulen. Dort lernten Schülerinnen und Schüler, mit Unterschieden umzugehen und Toleranz zu entwickeln, so Freiberg. Auch die SPD-Abgeordnete Annemarie Wolff lehnte Privatisierungsbestrebungen ab und forderte stattdessen verlässliche Schulen und gut ausgebildete Lehrkräfte.
Die CDU teilte diese Bedenken. Die bildungspolitische Sprecherin Kristy Augustin argumentierte, die Schulpflicht garantiere Chancengleichheit und biete Kindern ein strukturiertes Lernumfeld. Kein SPD-Politiker hat öffentlich die Zunahme des Hausunterrichts kritisiert – ein Zeichen für die klare Haltung der Partei, Bildung im öffentlichen System zu verankern.
Der Vorstoß der AfD für mehr Hausunterricht wurde in Brandenburg blockiert, die Schulpflicht bleibt damit unverändert. Beide großen Parteien halten am klassischen Unterricht fest und verweisen auf soziale Vorteile und gleiche Bildungschancen. Die Diskussion spiegelt jedoch die tiefer liegenden Sorgen über den Zustand der öffentlichen Schulen in Deutschland wider.






