50 Jahre Karnevalsgeschichte: Wie ein Verein Mönchengladbach prägte
Senta Scheel50 Jahre Karnevalsgeschichte: Wie ein Verein Mönchengladbach prägte
Ein halbes Jahrhundert Karnevalsgeschichte: Mönchengladbach feiert 50 Jahre Altes Zeughaus-Verein
Diese Woche wurde in Mönchengladbach ein halbes Jahrhundert Karnevalstradition gefeiert. Der Verein Altes Zeughaus beging sein 50-jähriges Jubiläum und ehrte die Ehrenamtlichen, die aus verfallenen Gebäuden eine blühende Kulturstätte schufen. Lokale Persönlichkeiten und Karnevalsgruppen kamen zusammen, um ihr bleibendes Erbe zu würdigen.
Alles begann 1974, als eine kleine Gruppe mit dem Spitznamen Seepeschnäuz in bescheidenen Räumen an der Weiherstraße 2 Winterkarnevals-Exponate sammelte. Viele belächelten die Idee zunächst, doch ihr Durchhaltevermögen legte den Grundstein für das heutige Karnevalsmuseum. Im Laufe der Jahre erweiterten Freiwillige das Gelände um die Häuser Nummern 4 bis 6 – größtenteils in Eigenarbeit und mit purem Engagement.
Bis 2026 hatte sich das Museum zu einem modernen Zentrum gewandelt, das Tradition und Innovation verbindet. Digitale Präsentationen, virtuelle Rundgänge und interaktive Ausstellungen locken heute über 20.000 Besucher jährlich an – von einheimischen Familien bis zu internationalen Touristen. Programme zu Nachhaltigkeit, Gleichberechtigung und Migration haben zudem seine Strahlkraft erhöht und sorgen dafür, dass der Karneval inklusiv bleibt.
Der Einfluss des Vereins reicht weit über die Museumsmauern hinaus. Er half, lokale Bräuche wie das Pumpenfest, die Prinzenpaar-Säulen und den Platz der Prinzenpaare zu etablieren. Selbst der Ströppkesorden und die jährliche Auszeichnung "Orden des Jahres" gehen auf die Vision dieser Gruppe zurück. Über dem Eingang thront noch immer Heide Jennens Bronzeplastik Der Optimist aus dem Jahr 1985 – ein symbolträchtiges Vermächtnis des unerschütterlichen Glaubens der Gründer an ihre Mission.
Beim Jubiläumsfest lobte Oberbürgermeisterin Josephine Gauselmann das Engagement der Ehrenamtlichen als Vorbild für kommende Generationen. Bernd Gothe, Ehrenvorsitzender des Mönchengladbacher Karnevalsausschusses, pflichtete ihr bei und bezeichnete ihre Arbeit als Beweis für Gemeinschaftsgeist. Doch die Herausforderungen sind groß: Vereinsvorsitzender Dietmar Wirt warnte vor steigenden Kosten, energetischer Sanierungsbedürftigkeit und einer überalterten Mitgliederschaft. Er rief zu neuer Unterstützung auf, um die Zukunft des Museums zu sichern.
Der Karnevalsverband Linker Niederrhein zeichnete Dietmar Wirt mit dem Goldenen Verdienstorden für die Verdienste des Vereins aus. Was einst als bescheidene Sammlung begann, ist heute ein Eckpfeiler des Mönchengladbacher Kulturlebens. Doch das nächste Kapitel des Museums wird davon abhängen, ob es gelingt, mit frischem Engagement die anstehenden Hürden zu meistern.






