10 June 2026, 16:31

350 Filmschaffende verteidigen Nadav Lapid gegen kulturellen Boykott und fordern Dialog

Natalie Portman, Justine Triet und Jacques Audiard verteidigen den israelischen Regisseur Nadav Lapid: 'Der kulturelle Boykott ist ein intellektuelles Versagen'

350 Filmschaffende verteidigen Nadav Lapid gegen kulturellen Boykott und fordern Dialog

Über 350 Filmschaffende unterzeichnen offenen Brief zur Verteidigung des israelischen Regisseurs Nadav Lapid

In einem offenen Brief verurteilen mehr als 350 Persönlichkeiten der Filmbranche den kulturellen Boykott, der zum Rückzug des israelischen Regisseurs Nadav Lapid von einem französischen Filmfestival führte. Prominente Unterstützer wie Natalie Portman, Justine Triet und Jacques Audiard fordern Dialog statt Ausgrenzung.

Der Streit begann mit Lapids geplanter Rolle als Jurymitglied beim Internationalen Filmfestival FID Marseille. Festivalleiterin Tsveta Dobreva hatte ihn zunächst ausschließlich wegen seines künstlerischen Schaffens eingeladen. Doch es gab Widerstand, weil Lapids jüngster Film Yes teilweise vom Israel Film Fund finanziert wurde, der von Kritikern mit dem israelischen Staat in Verbindung gebracht wird.

Etwa zehn Filmemacher zogen ihre Werke aus Protest vom Festival zurück. Unter diesem Druck sah sich Lapid gezwungen, vollständig zurückzutreten. Daraufhin veröffentlichte Le Monde zwei Stellungnahmen zu seinen Gunsten, darunter einen Beitrag mit dem Titel Kino ist keine Botschaft, der den Boykott als Einschüchterungskampagne brandmarkte.

Lapid, ein scharfer Kritiker der Regierung von Benjamin Netanyahu, lebt seit 2021 in selbstgewähltem Exil in Frankreich. Sein Film Yes wird von Variety als schonungslose Abrechnung mit dem israelischen Nationalismus beschrieben. Der offene Brief argumentiert, dass seine Ausgrenzung die Branche dazu bewegen sollte, solchen Boykotten entschlossen entgegenzutreten.

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Die Debatte um künstlerische Freiheit und politische Förderung ist damit neu entfacht. Lapids Rückzug verdeutlicht die Spannungen zwischen kulturellem Ausdruck und politischer Haltung. Die Reaktion der Filmszene zeigt jedoch eine deutliche Solidarität mit seinem Recht auf Teilhabe am internationalen Kino.

Quelle