2,7-Millionen-Projekt soll Lausitzer Flüsse bis 2029 ökologisch wiederbeleben
Sibilla HartungProjekt zur Verbesserung der Wasserqualität in der Lausitz-Region - 2,7-Millionen-Projekt soll Lausitzer Flüsse bis 2029 ökologisch wiederbeleben
Ein neues Projekt im Umfang von 2,7 Millionen Euro soll die wichtigsten Flüsse der Lausitz renaturieren – eine Region, die jahrzehntelang durch den Braunkohleabbau stark belastet wurde. Die Initiative mit dem Titel "Multifunktionales Wassermanagement" konzentriert sich auf die Schwarze Elster, die Spree und die Lausitzer Neiße. Ziel ist es, bis Mitte 2029 die Wasserqualität zu verbessern und die Ökosysteme wiederherzustellen. Die Finanzierung stammt vor allem aus EU-Strukturfonds für den Strukturwandel, ergänzt durch Mittel des Freistaats Sachsen.
Die Flüsse in der Lausitz leiden seit Langem unter den Folgen des industriellen Abbaus und der intensiven Landnutzung. Zwar verbesserte sich die Wasserqualität zwischen 2010 und 2020 – bedingt durch sinkende Verschmutzung nach der deutschen Wiedervereinigung –, doch aktuelle Bewertungen zeigen weiterhin Defizite. So gingen die Ammonium- und Phosphorwerte in der Spree beispielsweise um 30 bis 50 Prozent zurück: von 2,5 mg/L auf 0,8 mg/L im Jahr 2020. Die Fischbestände stiegen um 20 bis 40 Prozent, und in 60 Prozent der untersuchten Gewässerabschnitte erreichten wirbellose Tierarten einen guten ökologischen Zustand. Dennoch hinkt die Erholung im Vergleich zu westdeutschen Flüssen wie dem Rhein hinterher, wo die Regenerationsraten über 90 Prozent liegen.
Im Rahmen des neuen Projekts sollen die wirksamsten Schutzmaßnahmen identifiziert und verbleibende Lücken bei der Wasserqualität analysiert werden. Zudem wird ein fortschrittliches Flussmodell erprobt, um den Mindestwasserbedarf für ökologische Funktionen zu bestimmen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erarbeitung von Leitlinien für eine nachhaltige Wassernutzung, die Kommunen dabei unterstützen sollen, Klimadaten in ihre langfristige Planung zu integrieren.
Bis 2029 strebt die Initiative an, die Flüsse in einen naturnäheren Zustand zu versetzen und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber künftigen Umweltbelastungen zu stärken. Dabei baut sie auf früheren Fortschritten auf, zielt jedoch auf eine umfassendere ökologische Erholung der gesamten Region ab.
Das mit 2,7 Millionen Euro dotierte Vorhaben läuft bis Mitte 2029 und wird zu 70 Prozent von der EU sowie zu 30 Prozent vom Freistaat Sachsen finanziert. Die Strategien umfassen die Verbesserung der Wasserqualität, die Stärkung der ökologischen Gesundheit und die Anpassung an den Klimawandel in den Lausitzer Flüssen. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für künftige Wasserwirtschaftspolitiken in der Region dienen.






