26 April 2026, 12:37

12-Stunden-Regel an Tankstellen treibt Spritpreise in die Höhe – wer profitiert wirklich?

Balkendiagramm, das den primären Energieverbrauch nach Brennstoffart von 1980 bis 2040 zeigt, unterteilt in vier Brennstoffkategorien mit Prozentangaben.

12-Stunden-Regel an Tankstellen treibt Spritpreise in die Höhe – wer profitiert wirklich?

Eine neue Regelung in Deutschland hat die Art und Weise verändert, wie Tankstellen ihre Spritpreise anpassen – und Kritiker werfen ihr vor, die Kosten in die Höhe zu treiben. Seit dem 1. April 2023 müssen Tankstellen zwölf Stunden warten, bevor sie die Preise erneut erhöhen dürfen. Erste Daten deuten darauf hin, dass die Änderung die Gewinne der Mineralölkonzerne gesteigert hat, während die Kraftstoffpreise für Autofahrer weiter klettern.

Die 12-Stunden-Regel sollte plötzliche Preissprünge an der Zapfsäule verhindern. Doch bereits kurz nach ihrer Einführung warnten Kritiker, sie könnte den gegenteiligen Effekt haben: Tankstellen könnten die Preise präventiv erhöhen, um künftige Steigerungen vorwegzunehmen. Eine Studie des Markttransparenzstellen für Kraftstoffe in Deutschland, kombiniert mit Großhandelsdaten aus dem Handelszentrum Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA), zeigte einen deutlichen Anstieg der Benzinkosten.

In den ersten beiden Wochen nach Inkrafttreten der Regel stieg die Gewinnmarge bei Superbenzin im Schnitt um sechs Cent pro Liter. Die Auswirkungen fielen regional unterschiedlich aus: In Süddeutschland waren die Preisanstiege am stärksten, was auf Unterschiede in den Lieferketten und der Rohölbeschaffung zurückzuführen ist. Kleinere Tankstellenketten und unabhängige Betreiber verzeichneten die größten Margengewinne, während große Ketten nur moderate Steigerungen verzeichneten.

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Bei Dieselpreisen war hingegen kein klarer Trend erkennbar. Schwankungen in den Großhandelsmargen während des Beobachtungszeitraums machten es schwierig, die Auswirkungen der Regel auf die Dieselgewinne zu bewerten.

Die Maßnahme zeigt bisher gemischte Ergebnisse. Zwar sollte sie die Spritpreise stabilisieren, doch die 12-Stunden-Regel hat die Benzinkosten in Deutschland stärker steigen lassen als in den Nachbarländern der EU. Vorerst sind vor allem Autofahrer in süddeutschen Regionen und Kunden kleinerer Tankstellen von den höchsten Preiserhöhungen betroffen.

Quelle